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Fördergelder in veralteten Bahnen

Politik, Tierhaltung, Pflanzenbau10.06.26

Die Bundesressortforschung rät zur Umlenkung von Fördergeldern von Tierhaltung zu Gemüse und Obst.

A person observes a line of cows eating from feeding stalls in a barn. The cows are marked with yellow identification tags.

Gut dreimal mehr Fördermittel fließen in die Produktion von Fleisch und Milch, hier Kühe im Öko-Stall auf Haus Riswick. (Foto: Imago)

Eine Berechnung des Thünen-Instituts für Marktanalyse zeigt: In die Produktion von Milch und Fleisch fließen mehr als dreimal so viele Fördermittel wie in den Obst- und Gemüsesektor. Denn viele Agrarsubventionen werden nach Fläche vergeben – unabhängig davon, was dort produziert wird. Davon profitiert besonders die Tierhaltung, denn ein großer Teil der landwirtschaftlichen Fläche wird für den Anbau von Futtermitteln genutzt. Zu den Anbauflächen für Futtermittel rechneten die Forschenden etwa Flächen für Grünland und bestimmte Futterpflanzen. Nicht berücksichtigt wurden hingegen Flächen für Getreide und Ölsaaten, da diese sowohl als Tierfutter als auch für andere Zwecke genutzt werden. Die tatsächliche Summe der Fördermittel, die in die Tierhaltung fließt, dürfte daher noch höher liegen.

Um ein nachhaltigeres und gesünderes Ernährungssystem zu schaffen, müssten Agrarsubventionen künftig stärker an Gemeinwohlzielen wie Umwelt- und Gesundheitsschutz ausgerichtet werden, empfiehlt das Thünen-Institut. Damit würden weniger Fördermittel in die Fleisch- und Milchproduktion und mehr in den Anbau von Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten fließen. Der Griff zu mehr Obst und Gemüse und weniger rotem Fleisch gilt als eine der wirksamsten Stellschrauben für eine gesündere und zugleich klimafreundlichere Ernährung. Gezielte staatliche Förderungen könnten diesen Wandel unterstützen.

Fördergelder in veralteten Bahnen | Bioland e.V.