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Dünge-Entwurf vorgelegt

Politik24.02.26

Bio-Verbände fordern Nachbesserungen für Gewässerschutz und Bürokratieabbau bei Low-Input-Systemen.

Landwirte und Umwelt erwarten Entlastungen beim neuen Düngegesetz. (Foto: Sonja Herpich)

Die Bundesregierung hat einen neuen Entwurf für das Düngegesetz vorgelegt. Grund dafür war, nach Gerichtsurteilen endlich Rechtssicherheit zu schaffen. In dem Entwurf ist die Stoffstrombilanz gestrichen. Stattdessen soll das von der EU geforderte Wirkungsmonitoring vorhandene Daten nutzen, um die Wirksamkeit der Düngeregeln zu bewerten. Die Bio-Verbände begrüßen dies. Sie fordern aber, das Monitoring müsse als Grundlage für rechtssichere Ausnahmen gewässerschonender Betriebe – etwa gesamtumgestellter Bio-Höfe – dienen. Der Dachverband BÖLW kritisiert, dass der Entwurf zu kurz greife, weil er die Hauptursachen der Nitratbelastung nicht ausreichend adressiere. Damit stelle er keinen wirklich wirksamen Grundwasserschutz sicher.

Der BÖLW schlägt vor, „Low-Input-Betriebe“ anzuerkennen: Wer ohne mineralischen Stickstoff arbeitet und im Mittel einen Stickstoffanfall von 120 kg N/ha aufweist, soll von pauschalen Auflagen und zusätzlichen Dokumentationspflichten – etwa in Roten Gebieten – befreit werden. Nachhaltiger Grundwasserschutz brauche echte Anreize für gewässerschonende Systeme statt formaler Bilanzierung, betonte Bioland-Präsident Jan Plagge.

Als Haupttreiber der Nitratprobleme gelten seit Jahren eine konzentrierte Intensivtierhaltung mit hohen Güllemengen und der Einsatz synthetischer Dünger. Öko-Betriebe vermeiden solche Überschüsse systembedingt, weshalb Wasserversorger häufig mit Bio-Betrieben kooperieren.

Dünge-Entwurf vorgelegt | Bioland e.V.