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Düfte vergrämen Baumwanze

Pflanzenbau23.09.26

Lockstoffe lenken die Marmorierte Baumwanze in Köderfallen. Besonders der Spätsommer könnte sich eignen, um die Wanze zu bekämpfen.

Eine braune Marmorierte Baumwanze sitzt auf dunkelblauen Beeren, umgeben von grünen Blättern, vor einem unscharfen grünen Hintergrund.

Die Marmorierte Baumwanze gilt als gefährlicher invasiver Schädling im Obst- und Gemüsebau. (Foto: Julius Kühn-Institut, Katharina Klostermann)

Mit Duftstoffen auf Naturbasis wollen Forschende die Marmorierte Baumwanze künftig aus Obst- und Gemüsekulturen vertreiben und abtöten. Versuche des vierjährigen ForschungsprojektesBiobug“ zeigen, wie das funktionieren kann.

Die Bekämpfung kombiniert das sogenannte Push-and-Pull- mit dem Attract-and-Kill-System. Spezielle Kapseln setzen Duftstoffe im Bestand frei. Sie vertreiben den Schädling aus der Kultur und locken ihn zu einer Köderstelle. Dort nimmt er einen Giftköder mit natürlichem Pyrethrum-Extrakt auf. So gelangt der Wirkstoff gezielt an den Schädling, während Nützlinge geschont werden.

Für die einzelnen Schritte des Verfahrens hat das Forschungsteam bereits geeignete Substanzen gefunden. Praxisreif ist das Verfahren jedoch noch nicht, denn die Dosierung der Duftstoffe ist herausfordernd. Ist die Konzentration zu hoch oder zu niedrig, bleibt der gewünschte Effekt aus. Auch an der Kapselhülle und der Pyrethrum-Formulierung arbeiten Forscher:innen weiter.

Spätsommer günstig für Bekämpfung

Bei der Bekämpfung ist es entscheidend, den richtigen Zeitpunkt zu wählen. Über zwei Jahre haben Forschende beobachtet, wie sich die Populationen des Schädlings in einem Obstbaubetrieb und auf dem Versuchsfeld des Julius Kühn-Instituts entwickelten. Untersucht wurden Flächen mit Kirsche, Zwetschge, Pfirsich, Quitte, Birne und Apfel. Dabei stellte das Forschungsteam fest, dass die Wanze zwei Generationen im Jahr durchläuft.

Die erste tritt vor allem bis August auf, anschließend können sich erste und zweite Generation überschneiden. Entsprechend viele Wanzen und ihre Nymphen sind dann in den Kulturen zu finden. Der Spätsommer könnte deshalb ein guter Zeitpunkt für die Regulierung sein. Werden die Tiere vor der Überwinterung erfasst, lässt sich möglicherweise zugleich der Ausgangsbestand für das folgende Jahr verringern.

Beteiligt an der Forschung sind das Julius Kühn-Institut, die Hochschule Bielefeld und die Firma Biocare Biologische Schutzmittel.

Düfte vergrämen die Marmorierte Baumwanze | Bioland e.V.