Artikelübersicht

Digitale Helfer fürs Grünland

Tierhaltung, Pflanzenbau23.02.26

Im Klimawandel wird es wichtiger, bei Entscheidungen fürs Grünland auf Informationen zuzugreifen, die nicht auf der Fläche zu sehen sind.

Hilfe bei der Grünlandpflege: Aus vielen Daten errechnen kostenlose Servicedienste beispielsweise Bodenfeuchte und -temperatur. (Foto: Landpixel)

Die Grünlandbewirtschaftung lässt sich nicht mit dem Kalender planen, sondern muss dem Wetter folgen. Das zeigt sich zurzeit deutlich: Nach dem trockenen Frühjahr 2025 folgte 2026 ein langer, niederschlagsreicher Winter. Klimaanpassung bedeutet, die Vegetation im Blick zu behalten. Digitale Unterstützung zu nutzen, rät Bioland-Beraterin Katharina Weihrauch. Sie empfiehlt ein paar gute, kostenlose Datenquellen, um den optimalen Erntetermin zu bestimmen für hohe Futterqualität und Grundfutterleistung. Bessere Entscheidungen trifft man mit mehreren Informationsquellen.

Der Dürremonitor des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung kann in Trockenperioden helfen über den Mahdzeitpunkt zu entscheiden. Ist noch Wasser verfügbar, dann ist noch Zuwachs im Grünland zu erwarten. Andernfalls kann eine spätere Ernte aus vertrockneten Halmen bestehen.

Die Rubrik Land- und Forstwirtschaft des Deutschen Wetterdienstes (DWD) beruht auf teils halbstündlichen Meldungen hunderter Wetterstationen. So sind Regenradar, Bodenfeuchte und -temperatur kleinräumig ablesbar. Den kostenlosen Zugang zur länderspezifischen Plattform „Isabel“ erhält man über die zuständige Landesstelle. Das Bodenfeuchteprofil zeigt unter anderem die nutzbare Feldkapazität bis 60 cm Tiefe. Im Frühjahr gibt die Bodentemperaturgrafik Orientierung, wie tief der Boden gefroren ist. Im Sommer kann man die Prognosen nutzen, um Tiere vor Hitzestress zu schützen, im Herbst, um den Erfolg von Spätnachsaaten abzuschätzen.

Die Plattform isip ermittelt aus den Stationsdaten des DWD die Grünlandtemperatursumme und prognostiziert den Vegetationsbeginn standortspezifisch. Sie liefert Empfehlungen, Versuchsergebnisse und Monitoringdaten der Pflanzenschutzdienste und Beratungsträger für Pflanzenproduktion in den Ländern. Anhand der Grünlandtemperatursumme (GTS), die aus den Stationsdaten des Deutschen Wetterdienstes ermittelt wird, wird standortspezifisch der Vegetationsbeginn prognostiziert und Empfehlungen für die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern gegeben. 

Kostenlose Tools für den richtigen Schnittzeitpunkt | Bioland e.V.