Deutschland größter Veggie-Markt
Nachfrage nach Milchalternativen und Tofu wächst. Deutschland hat seine Position als größter europäischer Markt für pflanzliche Alternativprodukte im Jahr 2025 behauptet.

Vegane Alternativen zu Milchprodukten erreichten 2025 einen Umsatz von 632 Millionen Euro.(Foto: Fretdf Wikimedia)
Nach einer Studie des Good Food Institute Europe (GFI) erzielten pflanzenbasierte Produkte im Lebensmitteleinzelhandel einen Umsatz von 1,71 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr; die Absatzmenge stieg um 6,2 Prozent.
Besonders dynamisch entwickelten sich pflanzliche Milchdrinks und Joghurtalternativen, die das Wachstum maßgeblich trugen. Pflanzliche Milch erreichte einen Umsatz von 632 Millionen Euro und legte sowohl wert- als auch mengenmäßig deutlich zu. Ihr Anteil am gesamten Milchmarkt lag bei gut 9 Prozent. Als Treiber gelten neben Produktinnovationen vor allem Eigenmarken des Handels, die inzwischen rund 60 Prozent des Segments ausmachen. Weniger einheitlich zeigt sich die Entwicklung bei Fleischalternativen. Der Umsatz stagnierte bei rund 751 Millionen Euro, während die Absatzmenge leicht zurückging. Ursache dafür ist laut Studie vor allem die schwächere Nachfrage nach Eigenmarken, deren Verkäufe deutlich sanken. Markenprodukte konnten hingegen leicht zulegen. Beobachter führen dies unter anderem auf Unterschiede bei Geschmack und Textur zurück.
Parallel dazu wächst die Nachfrage nach traditionellen pflanzlichen Proteinquellen: Tofu, Tempeh und Seitan verzeichneten einen deutlichen Absatzanstieg um 30 Prozent. Als wichtiger Faktor gilt hier das niedrigere Preisniveau im Vergleich zu Fleischersatzprodukten. Kaum Dynamik gibt es weiterhin bei pflanzlichem Käse und Fisch. Beide Segmente bleiben Nischenmärkte mit geringen Marktanteilen; insbesondere pflanzlicher Fisch verzeichnete deutliche Rückgänge bei der Absatzmenge. Insgesamt bleibt das Interesse der Verbraucher an pflanzlichen Alternativen hoch. Laut Studie kaufte 2025 rund ein Drittel der Haushalte mindestens einmal pflanzliche Fleischprodukte, bei pflanzlicher Milch lag die Reichweite sogar bei 38 Prozent. Als wichtiger Rahmenfaktor gilt neben Innovationen auch die Preisentwicklung – etwa im Vergleich zu tierischen Produkten.