Comic wirbt für Schafe und Ziegen
Kantinen könnten Türen öffnen, damit Konsument:innen den Zugang zu Gerichten mit Schaf- oder Ziegenfleisch finden.

Schafe und Ziegen sind wertvoll für eine vielfältige Landwirtschaft und Landschaft. Die Nachfrage nach ihrem Fleisch braucht noch Anschub. (Foto: Sonja Herpich)
Damit Verbraucherinnen und Verbraucher Lust bekommen, häufiger Schaf- und Ziegenfleisch zu kaufen, können Probierangebote helfen. Schmackhafte Gerichte in Kantinen oder Produkte, die einfach zu Hause zuzubereiten sind, könnten als Türöffner dienen. Das empfehlen nun Forschende der Universität Göttingen, die in einem Projekt die größten Hürden für den Konsum von Schaf- und Ziegenfleisch erfragt haben. Denn im Gegensatz zu Feta und anderen Milchprodukten von Schaf oder Ziege kommt das Fleisch selten auf den Teller.
In der Kundenkommunikation könne das Fleisch mit seiner regionalen Herkunft und allen Aspekten der Weidehaltung punkten. Im Projekt „Verbesserung der Image- und Absatzprofilierung von Schaf- und Ziegenprodukten aus nachhaltiger und ökologischer Landwirtschaft“ (VIA) ist ein Sachcomic entstanden. Er erklärt die Vorteile von regionaler und naturnaher Schaf- und Ziegenhaltung leicht verständlich.
Regionale Vermarktungsnetzwerke aufbauen
Neben geschmacklichen Vorbehalten kommt hinzu, dass Handel und Gastronomie das Fleisch kaum anbieten. Neben der schlechten Verfügbarkeit bemängelten Befragte hohe Preise von Schaf- und Ziegenprodukten. Damit Großabnehmer häufiger Schaf- oder Ziegenfleisch auf die Teller bringen, sei es erforderlich, regionale Vermarktungsnetzwerke aufzubauen, um Fleisch professionell zu bündeln und zu vermarkten.
Die Studie zeigte auch, dass Verbraucher:innen Schaf- und Ziegenfleisch durchaus gerne genießen: zu besonderen Anlässen, im Restaurant, Urlaub oder an besonderen Feiertagen essen Konsument:innen Gerichte mit Schaf- und Ziegenfleisch. Um also den Einstieg in der heimischen Küche zu erleichtern, empfehlen die Forschenden, Konsument:innen mit niedrigschwelligen Probierangeboten auf den Geschmack von Schaf- und Ziegenfleisch zu bringen. Außerdem sei es sinnvoll, das Angebot an leicht zuzubereitenden Schaf- und Ziegenprodukten auszubauen.
Gefördert wurde das Forschungsvorhaben durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL).