Artikelübersicht

Böden gut versorgt

Pflanzenbau25.02.26

Das Projekt ProBio bestätigt, dass Bio- und Grüngutkomposte sehr wertvoll für die Bodenfruchtbarkeit von biologischen Flächen sind.

Der Großteil des im Ökolandbau genutzten Komposts stammt aus Anlagen mit RAL-Gütesicherung, die für den ökologischen Landbau zugelassen sind. (Foto: Sonja Herpich)

Bio- und Grüngutkompost könnten im ökologischen Ackerbau einen wichtigen Beitrag zur Nährstoffversorgung leisten. Aktuell wird dieses Potenzial jedoch nicht ausreichend von Bio-Betrieben genutzt. Tatsächlich aber haben sich die Kompost-Qualitäten in den vergangenen Jahren erheblich verbessert.

Das sind die zentralen Ergebnisse des fünfjährigen Verbundprojektes ProBio, an dem unter anderem Bioland als einer der Projektpartner beteiligt war. In mehrjährigen Praxisversuchen an unterschiedlichen Standorten deckte eine Kompostdüngung ohne zusätzlichen Dünger den Phosphorbedarf der Bestände und führte bei Kalium sogar dazu, dass es sich im Boden angereichert hat. Das galt besonders für Biogutkompost, der überwiegend aus organischen Reststoffen privater Haushalte hergestellt wird. Zudem führte der Komposteinsatz zu höheren Gehalten an mineralisiertem Stickstoff und verbesserte die N-Verfügbarkeit. Auch die biologische Aktivität hat sich durch eine mehrjährige Ausbringung von Biogut- und Grüngutkompost nachweislich gesteigert. Dabei haben Grüngutkomposte langsamer gewirkt, dafür aber längerfristig. Ein Dauerfeldversuch über vier Jahre zeigte zudem ein hohes Potenzial dafür, dass sich Humus im Boden anreichert. Durch den Aufbau von Humus wurden pro Hektar und Jahr bis zu 3.300 kg CO2-Äquivalente gebunden.

Eine Auswertung von über 36.000 Datensätzen zu Biogut- und Grüngutkomposten aus der RAL-Gütesicherung der Bundesgütegemeinschaft Kompost zeigte über die Versuchsjahre, dass sich die Kompostqualitäten stetig verbessert haben und weniger mit Schwermetallen und Fremdstoffen belastet waren. Im Mittel erwiesen sich etwa 70 Prozent der untersuchten Komposte als geeignet für den Ökolandbau. Das schließt auch Verbandsbetriebe ein, die bezüglich des Komposteinsatzes deutlich strengere Vorgaben erfüllen müssen als Betriebe, die nach der EU-Öko-Verordnung arbeiten.

Pro Jahr sind zurzeit etwa 2,5 Mio. t Frischmasse als Kompost verfügbar, die im Ökolandbau eingesetzt werden könnten. Bei einer durchschnittlichen Ausbringungsmenge von 2,5 t/ha könnten viehlose Bio-Ackerbaubetriebe damit bei mittlerer Bewirtschaftungsintensität etwa 1 Mio. ha Ackerfläche düngen. Das würde ihnen ermöglichen, etwa die Hälfte ihres Phosphatbedarfs aus Kompost abzudecken. Im Projekt wurden auch betriebswirtschaftliche Berechnungen zum Einsatz von Kompost bei unterschiedlichen betrieblichen Voraussetzungen durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass der Komposteinsatz für viele Betriebe wirtschaftlich sein kann. Allerdings hängt der wirtschaftliche Nutzen von verschiedenen Faktoren ab, etwa von der Fruchtfolge, vom Kompostpreis und dem jeweiligen Nährstoffgehalt des eingesetzten Kompostes.

Das BÖL hat das Projekt gefördert.

Projekt zu Kompost im Ökolandbau | Bioland e.V.