Biodiesel auf dem Prüfstand
Wissenschaftler testen gemeinsam mit Class, wie Großtraktoren auf reinen Biodiesel reagieren.

Großes Team um den großen Claas Xerion Terra Trac (Foto: TFZ)
Im Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing untersuchen Wissenschaftler derzeit, wie sich ein moderner Großtraktor mit reinem Biodiesel verhält. Dafür hat der Landmaschinenhersteller Claas einen Xerion mit 653 PS Leistung zu Testzwecken zur Verfügung gestellt.
Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen Motorleistung, Wirkungsgrad und Abgasemissionen beim Einsatz von Biodiesel (B100). Die Ergebnisse sollen mit dem Betrieb des Traktors mit fossilem Dieselkraftstoff verglichen werden. Nach Einschätzung der Forscher stoßen elektrische Antriebe bei sehr leistungsstarken Landmaschinen an physikalische Grenzen. Als Beispiel nennt das TFZ den eingesetzten Großtraktor: Um die Energiemenge eines mit 1.400 Litern Diesel gefüllten Tanks zu ersetzen, wären Batterien mit einem Gewicht von rund 28 Tonnen erforderlich.
„Biodiesel sehen wir dafür als geeignete und weithin verfügbare Option. Mit unseren Prüfstandtests schaffen wir belastbare Daten, um den Einsatz von Biodiesel in schweren Landmaschinen zu bewerten“, sagt Dr. Edgar Remmele, Abteilungsleiter am TFZ. Obwohl Biodiesel seit vielen Jahren verfügbar ist, werden neue landwirtschaftliche Serienfahrzeuge bislang nur selten für den Betrieb mit B100 freigegeben. Gemeinsam mit Claas soll deshalb ein Verfahren entwickelt werden, mit dem sich Luftschadstoffemissionen beim Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe reproduzierbar messen lassen. Ziel ist, den rechtssicheren Einsatz von Biodiesel nachzuweisen und damit die gesetzlichen Emissionsgrenzwerte einzuhalten. Die Forschungsarbeiten werden von Claas finanziert. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend mit technischen Diensten und Behörden diskutiert werden.