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Bio-Weinbau setzt Impulse

Pflanzenbau26.04.26

Auf der internationalen Weinmesse Prowein 2026 zeigten sich neue, alkoholarme Getränketrends. Ein eigener Bio-Bereich machte den Bio-Weinbau sichtbarer.

Am neuen Bioland-Stand präsentierten Winzer:innen aus der Pfalz, Rheinhessen und dem Rheingau ihre Weine auf der internationalen Weinmesse Prowein 2026. (Foto: Bioland)

Der ökologische Weinbau war auf der internationalen Fachmesse Prowein 2026 präsenter denn je. Ein eigener Bio-Bereich und ein deutliches Interesse an alkoholarmen Produkten unterstreichen die wachsende Bedeutung des ökologischen Weinbaus.

„Wer im Premiumsegment Wein verkaufen möchte, kommt um den Bio‑Weinbau nicht mehr herum. Selbst renommierte Weingüter stellen zunehmend auf ökologischen Anbau um“, berichtet Johannes Jäger, Bioland‑Weinbauberater von der Messe Mitte März.

Am neuen Bioland-Stand verkosteten Fachbesucher und Fachbesucherinnen alkoholfreie Produkte, Schaumweine, Naturweine und klassische Rebsortenweine. Gemeinsam mit den Bio-Verbänden Demeter und Eocvin lud Bioland zu neun geführten Rundgängen bei ausschenkenden Winzern an den Verbandsständen ein. Am Bioland-Stand schenkten die Pfälzer Weingüter Gut von Beiden, Hahn-Pahlke, Porzelt und Meier aus. Aus Rheinhessen und dem Rheingau präsentierten das Weingut Bäder und der Betrieb Corvers-Kauter ihre Weine. Bio-Käse der Ökologischen Molkerei Allgäu aus Lindenberg und von Vallée Verte aus Kehl-Auenheim ergänzten zwei Verkostungen.

Getränketrends aus Traubensaft und Marktchancen

Über dem klassischen Weinbau hinaus zeigten sich auf der Prowein neue Getränketrends. Sie heißen Proxy-Wein, Sparkling Tea oder Kombucha und enthalten wenig bis gar keinen Alkohol. Sie basieren auf Traubensaft, den Kräuter, Auszüge und Früchte für komplexere Aromen verfeinern. Manche Hersteller fermentieren die Getränke alkoholfrei. „Viele aktuellen Trends, wie Naturweine, ‚low alcohol‘ und niedrige Schwefelgehalte haben ihren Ursprung im Bio-Weinbau. Das zeigt: Bio ist nicht nur Qualitätsstandard, sondern Innovationsmotor der Branche“, betont Jäger. Auch bei den Verpackungen gibt es neue Entwicklungen. Neben Glasflaschen gewinnen Dosen, Plastikflaschen und Plastikbeutel Bedeutung, weil sie den CO2-Fußabdruck senken können.

Nordeuropäischer Markt wächst

Relevant sind auch die Veränderungen im internationalen Handel. Durch politische Hürden verliert der Exportmarkt in den Vereinigten Staaten für deutsche Weine Bedeutung. Gleichzeitig rücken skandinavische Länder stärker in den Fokus. Dort sind Getränke mit moderatem Alkoholgehalt besonders gefragt – hier sind deutsche Weine im Vorteil gegenüber Weinen aus südlichen Anbaugebieten.

Ein Großteil der Einkäufer:innen auf der ProWein stammten aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Skandinavien und den USA. Sie nutzten die Messe für Geschäftsabschlüsse und Distributionsfragenbei vorab vereinbarten Terminen.

Jäger berichtet, dass spontane Gespräche zwischen Austeller:innen und Fachbesucher:innen selten entstehen. Digitale Tools wie die Prowein‑App spielen eine zentrale Rolle, um gezielt Kontakte zu knüpfen, berichtet Jäger.

Prowein 2026 | Bioland e.V.