Bio schützt Grundwasser
Abbauprodukte von Pestiziden belasten das Trinkwasser. Eine neue Studie gibt Aufschluss.

Bio-Landwirte verzichten auf chemisch-synthetische Stoffe, welche das Grundwasser belasten können. Damit tragen sie zu einer besseren Wasserqualität bei. (Foto: Sonja Herpich)
Aktuell hantieren Landwirt:innen mit 1.047 Pflanzenschutzmitteln auf deutschen Fel-dern. Neue Ergebnisse der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser zeigen: Rund 72 Prozent der deutschen Grundwasservorkommen sind verunreinigt. Das sind 14 Prozent mehr als im Bericht der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser aus dem Jahr 2019.
„Die hohen Werte und fehlenden gesetzlichen Regelungen zum Schutz der Bevölkerung alarmieren,“ so Manfred Mödinger, geschäftsführender Vorstand, „Studien aus den USA belegen einen direkten Zusammenhang von Pestiziden mit Parkinson sowie diversen Krebsarten.“ In rund 8,2 Prozent aller untersuchten Grundwässer überschreiten Proben den Grenzwert für Abbauprodukte aus Pflanzenschutzmitteln. Der Grenzwert liegt bei 3,0 Mikrogramm pro Liter. Bei langfristigem Konsum entstehen gesundheitliche Schäden und dennoch wird daraus Leitungswasser gewonnen. In 76 Prozent der Grundwässer fanden Experten sogar Trifluoressigsäure (TFA). TFA ist ein wasserlösliches Abbauprodukt, welches laut Umweltbundesamt in der Umwelt verbleibt.
Seit 2022 sind 4,9 Prozent mehr Pflanzenschutzmittel zugelassen. Seit 2014 sogar 34,9 Prozent. Damit steigt das Risiko von Umweltschäden. Der Verband fordert, keine Pflanzenschutzmittel neu zu zulassen. Wassereinzugsgebiete sollen rein ökologisch bewirtschaftet werden, fordert Manfred Mödinger, im Interview mit dem bioland-Fachmagazin im Juni. Dafür sollen Landwirt:innen eine bessere finanzielle Unterstützung erhalten. Dies sei günstiger, als spätere Schäden der Umwelt und der Gesundheit zu korrigieren, sofern das möglich ist.