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Bio-Lebensmittel stark gefragt

Markt & Management25.09.26

Bei Bio-Tomaten wird das Angebot aufgrund geringerer Erntemengen knapper. Der Markt zeigt Abhängigkeiten von Importen.

Tomaten gehören zu den beliebtesten Lebensmitteln der Deutschen (Foto: Niklas Wawrzyniak).

Der deutsche Markt für Bio-Lebensmittel wächst weiter. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Tomatensaison, wie stark die Versorgung von den europäischen Anbauregionen abhängt.

Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) fallen die Erntemengen bei Bio-Tomaten in Teilen Europas aufgrund von Hitze und weiteren Wetterextremen geringer aus. Bei gleichzeitig lebhafter Nachfrage führt dies zu einem knappen Angebot. „Unsere Bio-Gewächshäuser sind aktuell komplett leergekauft. Was wir produzieren, wird vom Markt unmittelbar aufgenommen“, sagt Rudolf Dworschak, Vorstandsvorsitzender des Bio Fruchtgemüse Produzenten e.V. (Bio.Fru.Pro).

Die hohe Importabhängigkeit verschärft die Situation. Laut einer AMI-Warenstromanalyse stammen rund 88 Prozent der in Deutschland vermarkteten Bio-Tomaten aus dem Ausland. Die heimische Bio-Tomatenproduktion erreichte 2025 nach Verbandsangaben 19.563 Tonnen. Wetterbedingte Ernteausfälle in Südeuropa wirken sich daher unmittelbar auf die Verfügbarkeit am Markt aus.

Nach Angaben des Bio.Fru.Pro könnten deutsche Betriebe ihre Produktionskapazitäten ausweiten. Geplante Erweiterungen scheiterten jedoch häufig an hohen Investitionskosten und fehlender Planungssicherheit. Zudem habe der Preisdruck durch Importware in den vergangenen Jahren die Investitionsbereitschaft gebremst.

Der Verband fordert deshalb eine engere Zusammenarbeit zwischen Handel und Erzeugern. Verlässlichere Mengenvereinbarungen, Abnahmezusagen und ausgewogene Preisstrukturen könnten nach Ansicht des Bio.Fru.Pro dazu beitragen, den Anteil regional erzeugten Bio-Fruchtgemüses schrittweise zu erhöhen. Ziel sei eine widerstandsfähigere Versorgung, die auch in Jahren mit schwächeren Importernten stabil bleibt.