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Bio-Gärtnerei gewinnt Sonderpreis

Pflanzenbau18.09.26

Allergenarme Apfelsorten, Robotik im Gemüse und weniger Torf im Substrat: Der Deutsche Innovationspreis Gartenbau ehrt Innovationen für die Praxis.

Ein moderner Agrarroboter auf einem Feld mit hohen Windkraftanlagen im Hintergrund, unter einem bewölkten Himmel.

Das Unternehmen Naiture erprobt den Roboter Beam auf dem Bioland-Betrieb Westhof in Friedrichsgabekoog. (Foto: Westhof)

Die Bio-Gärtnerei Herb aus Kempten im Allgäu hat in diesem Jahr den Sonderpreis „Torfminderung“ im Rahmen des Deutschen Innovationspreises Gartenbau gewonnen. Erstmals verlieh diesen das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Weitere Betriebe ehrte das Ministerium mit dem Gartenbaupreis für praktische Lösungen in den Kategorien „Pflanze“ und „Technik“.

Seit fast 30 Jahren baut die Gärtnerei Herb Kulturen ökologisch an. Den Sonderpreis hat Betriebsleiter Christian Herb gewonnen, weil er weitgehend auf Torf im Kultursubstrat verzichtet. Beispielhaft zeigt er, wie kleine Gärtnereien schrittweise Torf reduzieren können. Ein Baukastensystem aus verschiedenen sowie überwiegend regional verfügbaren Substraten unterstützt ihn dabei. Die Bewässerung und Düngung hat Herb angepasst. Als Öko-Demonstrationsbetrieb bietet die Gärtnerei Informationsangebote und Wissenstransfer an.

Pompur für Allergiker

Der Deutsche Innovationspreis Gartenbau ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert. Alle Gewinnerinnen und Gewinner haben ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro erhalten. In der Kategorie Pflanze ehrte das BMLEH die Züchtungsinitiative Niederelbe. Sie züchtete zwei allergenarme Apfelsorten und haben diese unter der Dachmarke „Pompur“ seit Herbst 2025 im Markt eingeführt.  

Laser bekämpfen Unkraut

In der Kategorie Technik gibt es zwei Preisträger: Das Unternehmen Naiture hat den autonomen Jäteroboter Beam entwickelt, der moderne Bildanalyse mit präziser Lasertechnik verbindet. Das Gerät eignet sich für große Flächen von Freilandgemüse. Es erkennt Unkräuter und kann deren Wachstumszentrum millimetergenau thermisch schädigen. Der derzeit von einem Traktor gezogene Roboter soll perspektivisch auch autonom fahren können.

Die Firma E-Terry hat einen autonomen, vollelektrischen Feldroboter entwickelt. Das Gerät kombiniert mechanische Unkrautbekämpfung mit Lasertechnik. Durch präzise Sensorik und bodenschonenden Leichtbau lässt sich das System flexibel an unterschiedliche Kulturen, Reihenabstände, Wachstumsstadien und Feldbedingungen anpassen. Der geplante Einsatz im Lohnverfahren soll das Gerät auch kleineren Betrieben zugänglich machen.

Innovationspreis Gartenbau: Torfarme Bio-Gärtnerei geehrt | Bioland e.V.