Artenvielfalt praktisch genutzt
Ein neues Praxishandbuch der FiBL zeigt, wie Landwirt:innen die Biodiversität auf Höfen fördern können und wie die Produktion davon profitieren kann.

Einblicke in das neue, reich bebilderte Praxishandbuch zur Biodiversität in der Landwirtschaft. (Foto: FiBL, Simona Moosmann)
Landwirtschaftliche Produktion und Biodiversität müssen kein Widerspruch sein. Zu diesem Schluss kommt ein neues Praxishandbuch des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) und der Schweizerischen Vogelwarte. Die Publikation zeigt anhand zahlreicher Praxisbeispiele, wie sich Artenvielfalt auf landwirtschaftlichen Betrieben fördern lässt und welche Vorteile sich daraus für die Produktion ergeben können.
Das Handbuch „Biodiversität in der Landwirtschaft“ richtet sich vor allem an Landwirt:innen sowie an Beratung, Ausbildung und Lehre. Viele der vorgestellten Maßnahmen lassen sich nach Angaben der Autor:innen bereits mit geringem Aufwand umsetzen und sind auch für Betriebe außerhalb der Schweiz interessant.
Beschrieben werden unter anderem Möglichkeiten im Grünland, Ackerbau, in Spezialkulturen sowie auf Hofflächen. Darüber hinaus widmet sich das Werk dem Boden und verschiedenen Strukturelementen in der Agrarlandschaft.
Als Beispiele nennt das Handbuch einen höheren Schnitt bei der Heuernte oder sowie Möglichkeiten Altgrasstreifen, Totholz, Bäume und Steinhaufen zu erhalten. Solche Strukturen verbessern die Lebensbedingungen von Insekten und Kleintieren und können gleichzeitig positive Effekte auf die landwirtschaftliche Produktion haben. Die Autor:innen weisen darauf hin, dass ein höherer Schnitt im Grünland auch das Pflanzenwachstum nach der Mahd fördern kann.
Das Werk umfasst sechs Kapitel und bündelt die Erfahrungen zahlreicher Fachleute. Herausgegeben wurde es vom FiBL und der Schweizerischen Vogelwarte in Zusammenarbeit mit dem Haupt Verlag. Die Autoren und Autorinnen wollen damit zeigen, dass Biodiversitätsförderung und landwirtschaftliche Produktion voneinander profitieren können.