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AöL fordert stärkere Rolle für Bio-Hersteller

Markt & Management25.09.26

Herstellerinnen und Hersteller spielen eine Schlüsselrolle für die Resilienz der Bio-Branche. Darauf weist die AöL in einem aktuellen Positionspapier hin.

AöL rückt Herstellerkompetenz in den Fokus (Foto: Sonja Herpich).

Die ökologische Lebensmittelwirtschaft steht nach Einschätzung der Assoziation ökologischer Lebensmittelherstellerinnen und -hersteller (AöL) vor wachsenden Herausforderungen. Klimabedingte Ernteschwankungen, volatile Lieferketten und zunehmender Effizienzdruck erforderten mehr Aufmerksamkeit für die Produktionskompetenz von Bio-Herstellern, betont der Verband in einem aktuellen Positionspapier.

„Die Zukunft der ökologischen und nachhaltigen Lebensmittelwirtschaft entscheidet sich nicht allein auf dem Acker und nicht allein im Supermarkt. Sie entscheidet sich dazwischen“, erklärt AöL-Vorständin Anne Baumann. Herstellerinnen und Hersteller müssten mit natürlichen Schwankungen bei Rohstoffen umgehen und daraus sichere sowie marktfähige Lebensmittel erzeugen.

Nach Angaben der AöL gehören unterschiedliche Erntemengen, schwankende Eiweiß- und Feuchtigkeitsgehalte sowie veränderte sensorische Eigenschaften längst zum Alltag. Wetterextreme und die Folgen des Klimawandels verstärkten diese Entwicklungen zusätzlich. Der professionelle Umgang mit solchen Schwankungen sei eine zentrale Kompetenz der verarbeitenden Unternehmen.

„Bio-Produktion bedeutet mehr als die Einhaltung eines Labels“, betont Liane Maxion, Vorständin der AöL und CEO der Naturata AG. Erforderlich seien Erfahrung, technisches Know-how und ein tiefes Verständnis für ökologische Rohstoffe, Verarbeitung und Bio-Recht.

Zugleich sieht die AöL einen Zielkonflikt entlang der Wertschöpfungskette: Während der Markt auf Effizienz, Standardisierung und niedrige Preise ausgerichtet sei, brauche die ökologische Lebensmittelproduktion Flexibilität und den Umgang mit Unsicherheiten. Der Verband warnt davor, Risiken aus Ernteausfällen und Rohstoffschwankungen zunehmend auf Landwirtschaft und Verarbeitung zu verlagern.

Die zentrale Forderung der AöL lautet daher, Herstellerinnen und Hersteller stärker als eigenständige Kompetenzträger der Wertschöpfungskette wahrzunehmen. Nur so könnten die Fähigkeiten erhalten werden, die für die Transformation hin zu einem nachhaltigen Ernährungssystem benötigt werden.