Amöben statt Kupfer
Biologisch gegen Pilze: Forschende arbeiten an einem neuen Pflanzenschutzmittel, das den Kupfereinsatz im Ökolandbau verringern könnte.

Im Obstbau zeigten Untersuchungen erste Erfolge gegen Apfelschorf. (Foto: Landpixel)
Amöben können künftig dabei helfen, Pilzkrankheiten an Kulturpflanzen einzudämmen und den Kupfereinsatz im Bio-Obst und -Gemüsebau zu senken. Forschende der Hochschule Wismar entwickeln dafür ein biologisches Pflanzenschutzmittel. Es könnte landwirtschaftlichen Betrieben zugleich helfen, Umweltauflagen leichter zu erfüllen.
Erste Versuche zeigen vielversprechende Ergebnisse gegen Pilzbefall bei Weizen. Auch auf Kartoffeloberflächen konnten sich die Amöben etablieren. Bis Sommer 2027 wollen Forschende Amöben in größeren Mengen züchten und daraus ein lagerfähiges Pulver entwickeln. Das Pulver lässt sich mit Wasser mischen und mit herkömmlicher Spritztechnik auf Pflanzen ausbringen.
Bei der Entwicklung des biologischen Pflanzenschutzmittels unterstützt das Unternehmen E-nema die Hochschule Wismar. Gemeinsam testen die Projektpartner verschiedene Adhäsionshilfen, Netzmittel und Trägerstoffe. Diese sollen dafür sorgen, dass sich die Amöben gleichmäßig verteilen, gut an den Blättern haften und sich nach der Lagerung wieder aktivieren lassen. Die Deutschen Bundesstiftung Umwelt fördert das Projekt.