Alte Hühnerrassen mit Potenzial
Eine Kreuzung alter Hühnerrassen mit modernen Hybriden kann sich für die ökologische und konventionelle Haltung lohnen. Ein positiver Nebeneffekt ist der Erhalt der biologischen Vielfalt.

Das Bielefelder Kennhuhn eignet sich zur Kreuzung mit modernen Hühnerlinien. (Foto: Imago)
Forschende haben untersucht, wie sich die Kreuzung alter, einheimischer – und zum Teil gefährdeter – Hühnerrassen mit modernen Linien auf Leistung, Tiergesundheit, Robustheit, Verhalten oder Anpassungsfähigkeit der Tiere auswirkt. Dabei haben sie Potenzial für Zucht und Haltung von Legehennen oder Masthühnern erkannt.
Anforderungen an Hühnerhaltung haben zugenommen
Denn die Anforderungen an eine nachhaltige und tiergerechte Geflügelhaltung haben deutlich zugenommen. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Geflügelprodukten kontinuierlich an. Als mögliche Lösung sehen Fachleute die Kreuzung alter, einheimischer Hühnerrassen mit Elterntieren aus der Wirtschaftsgeflügelzucht.
Drei Jahre lang untersuchten Forschende im Projekt „ÖkoGen“ gezielte Kreuzungen, um vor allem Empfehlungen für Zucht und Mast von Legehennen und Masthühnern im Ökolandbau geben zu können. Beteiligt waren die Universität Bonn und die Hochschule Osnabrück mit Projektpartnern von den Universitäten Göttingen und Kassel und den Instituten für Nutztiergenetik in Mariensee und Immunologie des Friedrich-Loeffler-Instituts.
Gute Legeleistung bei unverändertem Kalziumhaushalt
Sie haben alte, einheimische Rassen wie Ramelsloher und Bielefelder Kennhuhn gezielt mit Elterntieren aus der Wirtschaftsgeflügelzucht kombiniert. Anschließend erfolgte eine umfangreiche Charakterisierung der Tiere hinsichtlich Leistung, Tiergesundheit, Robustheit, Verhalten, Anpassungsfähigkeit und weiterer Merkmale.
Kreuzungen mit leistungsstarken Elterntieren punkteten bei der Legeleistung, der Kalziumhaushalt veränderte sich dabei nicht negativ. Das Risiko für Brustbeinfrakturen war leicht erhöht – Faktoren wie Haltungsbedingungen, Legebeginn oder Fütterung beeinflussen diese aber.
Regionales Futter gut verwertet
Tierwohlindikatoren und Verhaltenstests zeigten für alle Reinzuchten und Kreuzungen ein hohes Tierwohlniveau, Kreuzungstiere schnitten aber besser ab. Untersuchungen unter Versuchs- und Praxisbedingungen ergaben, dass die Kreuzungen auch regionale, energiereduzierte Futtermittel gut verwerten können. Dabei war es entscheidend, die Fütterung an die Genetik und Haltungsform anzupassen. Zudem ergaben sich Hinweise auf mögliche Unterschiede bei der Toleranz gegenüber Parasitenbefall zwischen den Genotypen.
Die Forschenden untersuchten außerdem die Reaktion der Tiere auf eine Impfung gegen die Newcastle-Krankheit. Bei der Immunkompetenz punkteten vor allem die alten einheimischen Rassen.
Das dreijährige Projekt „ÖkoGen“ förderte das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).
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