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Agroforst für widerstandsfähigere Flächen

Pflanzenbau03.08.26

Forschungsprojekt untersucht, wie Bäume und Sträucher Hitze, Dürre und Bodenerosion auf Ackerflächen verringern können

Eine Gruppe von Menschen steht im Kreis und diskutiert an einem sonnigen Tag auf einer grünen Fläche mit jungen Bäumen

Auf dem Acker eines Partnerbetriebs in Sachsen-Anhalt haben Forschende der Hochschule Eberswalde einen Teil von insgesamt 650 Bäumen angepflanzt. Mit Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Höhe von 295.000 Euro entwickeln sie Konzepte zum Miteinander von Wald und Landwirtschaft. (Foto: Hochschule Eberswalde)

Bäume und Sträucher könnten Landwirte:innen helfen, die Folgen von Hitze und Trockenheit besser abzufedern. Zu diesem Ergebnis kommt ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördertes Forschungsprojekt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Die Forschenden entwickeln Konzepte, wie sich Gehölze gezielt in landwirtschaftliche Flächen integrieren lassen. Hintergrund des Forschungsprojekts sind zunehmende Extremwetterereignisse und längere Hitzeperioden, die Ackerböden und Kulturen zunehmend belasten. Die Projektpartner setzen dabei auf Agroforstsysteme, also die Kombination von Bäumen, Sträuchern und landwirtschaftlicher Nutzung auf einer Fläche.

Nach Angaben der Hochschule kann die gezielte Anpflanzung von Gehölzen das Mikroklima auf den Feldern verbessern. Bäume und Sträucher spenden Schatten, reduzieren die Windgeschwindigkeit und helfen dabei, Wasser im Boden zu halten. Gleichzeitig schützen ihre Wurzeln vor Erosion und tragen dazu bei, Nährstoffe auf den Flächen zu sichern. Neben dem Klimaschutz soll Agroforst auch die Artenvielfalt fördern. Gehölze bieten Lebensräume und Nahrungsquellen für Insekten und andere Tiere. Von einer höheren Biodiversität könnten wiederum die Kulturpflanzen profitieren.

Getestet wird das Konzept gemeinsam mit drei landwirtschaftlichen Betrieben in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Insgesamt sollen dort rund 650 Bäume gepflanzt werden. Zum Einsatz kommen vor allem Walnussbäume, Esskastanien und Maulbeeren. Die Auswahl erfolgte nicht nur aus ökologischen Gründen. Die Bäume sollen den Betrieben auch wirtschaftliche Perspektiven bieten. Walnüsse und Esskastanien können als Lebensmittel vermarktet werden, Maulbeerblätter eignen sich als Tierfutter und das Holz kann später genutzt werden.

Mit einer Förderung von rund 295.000 Euro will die DBU dazu beitragen, den Agroforstansatz stärker in die Praxis zu bringen. Zwar sei das Thema in den vergangenen Jahren bekannter geworden, die Umsetzung in landwirtschaftlichen Betrieben verlaufe jedoch noch zurückhaltend. „Mikroklima, Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit profitieren gleichermaßen“, sagt DBU-Referentin Dr. Melanie Kröger. Agroforst könne dazu beitragen, Landwirtschaft widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.