Auf den schönen Weideflächen im oberen Vinschgau

Weidesysteme und Tierwohl

Mein Weidesystem muss zu meinen Tieren, meinen Flächen, meinem Tagesablauf und zu meinen Vorstellungen passen: Weidefachmann Edmund Leisen auf einer Flurbegehung im oberen Vinschgau.

Am 1. August lud der Bioland Verband Südtirol, Viehwirtschafts-Fachberatung zu einer Weideflurbegehung auf zwei Betrieben mit unterschiedlichen Weidesystemen in Mals und Umgebung. Die Gruppe umfasste 13 Personen von 10 Mitgliedsbetrieben, sogar aus Bruneck und Brixen. Der Weideexperte Edmund Leisen erklärte zunächst das Prinzip der Kurzrasenweide sowie die Standortanforderungen für Weide insgesamt, denn nicht jedes System passt zu jeder Lage und zu jedem Betrieb. Mein Weidesystem muss zu meinen Tieren, meinen Flächen, meinem Tagesablauf und zu meinen Vorstellungen passen. Es kann auch bei ausreichender Futterversorgung die Weidezeit einzugrenzen sein, um die Tiere effizienter grasen zu lassen und die Wiederkäuzeit  in den Stall zu legen. Damit lässt sich der Nährstoffeintrag besser steuern, da ich an den bevorzugten Liegeflächen auf der Wiese oft über die Jahre eine zu hohe Nährstoffzufuhr habe, die mittelfristig wieder Probleme macht. 

Wir haben zuerst den Reinalterhof von Frank Hubert in Muntatschninig besichtigt und dort unterschiedliche Mähweidestandorte besichtigt. Eine Herausforderung hier ist die knappe Wasserverfügbarkeit was vor allem im Sommer die Verfügbarkeit für Weidefutter stark einschränkt und Nachsaaten erschwert. Positives weiß Hubert aber für den Pflanzenbestand zu berichten. 
Direkt an den Flächen ließen sich die Auswirkungen der Weide auf den Pflanzenbestand eindrücklich zeigen. Besonders wie stark sich die Frühjahrsweide auf den Grünlandbestand, auch von Mähweiden auswirkt und auch genutzt werden kann, um unerwünschte Wiesenkräuter wie den Wiesenkümmel oder den Wiesenbärenklau zurückzudrängen. 

Als zweites wurde eine Fläche von Alexander Agethle in Schleis besichtigt, auf der von Vegetationsbeginn bis Mitte Juni Kurzrasenweide betrieben wird. Ab Mitte Juni gehen alle Tiere auf die Alm und im Herbst wird dieselbe Fläche noch einmal bestoßen. Der Grünlandbestand unterscheidet sich extrem von den umliegenden Mähwiesen. Edmund Leisen erklärte, dass bei intensiven Kurzrasenweiden durch die extreme Dichte der Grasnarbe auf geringerer Schnitthöhe gemäht werden muss als bei Mähwiesen, da sich sonst Schimmel und Fäulnis in der Fläche einnistet. 
Eindrucksvoll war der sehr niedere Ansatz der Blattwurzel selbst im Feld beobachten zu können und der Einfluss einer intensiv geführten Weide auf die Dichte der Grasnarbe im Feld erleben zu können.

Terlan, 12.08.2020
Christian Kofler, Viehwirtschaftsberatung Bioland Südtirol
 

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