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Landwirtschaft der Zukunft

Bioland-Betriebe sind resilienter in der Futtermittelkrise

Der Krieg, den Wladimir Putin gegen die Ukraine führt, hat nicht nur fatale und langfristige Folgen für die ukrainische Bevölkerung, sondern auch für die globale Lebensmittelproduktion. Bioland-Betriebe zeigen einen Weg, die Landwirtschaft gegen diese und künftige Krisen zu wappnen.

Russland und die Ukraine sind die so genannte „Kornkammer Europas“. Problematisch ist der aus dem Krieg resultierende Ausfall von Getreidelieferungen aus der Ukraine vor allem für viele afrikanische Staaten, die ihren Bedarf weitgehend mit ukrainischem Getreide abdecken.
Vor diesem Hintergrund hat der Bioland e.V. eine Resolution verabschiedet, deren wesentliche Forderungen sind:
1.    Bioland spricht sich klar gegen Spekulationen im Lebensmittel- und Futtermittelbereich aus, die zu einem zusätzlichen Anstieg der Preise führen würden!
2.    Der Lebensmittelproduktion ist unbedingt Vorrang zu geben vor anderer Flächennutzung!
3.    Ziele des Green Deals mit der Farm-to-Fork-Strategie sowie die nationalen Bio-Ziele müssen auch und insbesondere in Krisenzeiten weiterverfolgt werden!
Vielfach wurde in der Presse aber auch über ein angebliches Problem auf dem Öko-Getreidemarkt hierzulande berichtet. Da Lieferungen von Öko-Futtermitteln aus der Ukraine in Deutschland fehlen würden, müssten Bio Betriebe vermehrt konventionelles Futter einsetzen, hieß es. Dies stimmt so pauschal nicht. Die derzeitigen Engpässe am Bio-Futtermittelmarkt sind vor allem keine direkten Folgen des Krieges, sondern eine Folge von Spekulationen an den Märkten. Die Preise auf dem konventionellen Markt sind dadurch so sehr in die Höhe getrieben worden, dass verstärkt auf den Bio-Markt zurückgegriffen wird.
An dieser Stelle möchten wir deutlich darauf hinweisen, dass jedoch große Unterschiede zwischen der EU-Bio-Landwirtschaft und der Bioland-Landwirtschaft bestehen. Die unterschiedlichen Wirtschaftsweisen verleihen den Bioland-Betrieben eine größere Resilienz gegenüber der aktuellen Futtermittelknappheit.
So schreiben die Richtlinien von Bioland e.V., des größten deutschen Bio-Anbauverbandes mit über 10.000 Betrieben eine Reihe von Maßnahmen vor, die sie unabhängig von internationalen Krisen machen. Dazu gehören unter anderem:
•    Mindestens die Hälfte des gesamten Futters muss vom eigenen Betrieb kommen.
•    Die Anzahl der Tiere ist eng auf die zur Verfügung stehende Anbaufläche für deren Futter abgestimmt. Diese flächengebundene Tierhaltung reduziert den Futterzukauf deutlich.
Unter der derzeitigen Futtermittelknappheit leiden also vor allem Tierhalter, die nach konventionellem Standard oder nur nach den Standards des EU-Biosiegels, nicht aber nach den strengeren Regeln von Bioland und anderen Verbänden arbeiten. „Die Krise, wie wir sie jetzt erleben, offenbart welche Abhängigkeiten entstehen, wenn Produktionskreisläufe nicht geschlossen sind“, mahnt Albert Haake, Vorstandsvorsitzender des Bioland Landesverbandes Niedersachsen/Bremen.
Zurzeit instrumentalisieren viele den Ukraine-Krieg, um ein Aussetzen des Umbaus der Landwirtschaft zu fordern. Das ist der falsche Weg, denn das Artensterben, die Klimakrise und die Zerstörung der Umwelt schreiten weiter voran – auch während der schreckliche Krieg in der Ukraine läuft.
„Wenn wir uns resilienter gegenüber all diesen Krisen aufstellen wollen, müssen wir uns für ein nachhaltiges Wirtschaftssystem entscheiden. Der Ökolandbau ist ein zentraler Baustein für diese Transformation.“ erläutert Dr. Yuki Henselek, Geschäftsführerin des Bioland Landesverbandes Niedersachsen/Bremen. Diese Entwicklung muss zudem von einer deutlichen Reduzierung des Konsums tierischer Lebensmittel aus industrieller Tierhaltung flankiert werden. Der Abbau der hohen Tierbestände und die Etablierung einer flächengebundenen Tierhaltung wäre hier ein sinnvoller Weg in eine zukunftsfähige Landwirtschaft.

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