Der Fahrrad-Imker

Jürgen Skrbeks Bienen sammeln Nektar mitten im Bremer Stadtgebiet. Auch der Imker bleibt vornehmlich im Bereich der Innenstadt: Er transportiert den Honig – und seinen Marktstand – ausschließlich auf dem Drahtesel

Es begann auf seiner Parzelle mitten in Bremen. Zwei Bienenvölker stellte Jürgen Skrbek aus der Neustadt vor sechs Jahren dort auf, nachdem seine Frau ihm zu Weihnachten ein Buch über Bienen und einen Imkerkurs geschenkt hatte. Ein Hobby sollten die Bienen werden, eine kleine Honigproduktion für Freunde und Familie, mehr nicht. Doch dabei blieb es nicht lange. Schnell kamen mehr Völker dazu und heute stehen seine 16 Beuten – so nennt man die Behausung der Bienenvölker – an fünf verschiedenen Standorten im Bremer Stadtgebiet. Gerne würde er sogar noch die doppelte Anzahl aufstellen. Von Großstadtrubel oder Verkehrschaos bekommen die Tiere allerdings rein gar nichts mit. Skrbeks Bienen kennen Bremen nur von seiner grünsten Seite. Grün ist auch das Verbands-Logo, das seit letztem Monat die Gläser des Imkers ziert: Jürgen Skrbek hat die Umstellung zum Bioland-Imker abgeschlossen und darf seinen Honig nun als Bioland-Ware verkaufen.
„Hauptsächlich stehen meine Völker auf verschiedenen Parzellen im Stadtgebiet“, erzählt er. „Aber Bremen hat so viel schöne, unberührte Ecken: Ich habe zum Beispiel auch Beuten am Rand von einem Friedhof stehen.“ Je nach Jahreszeit fliegen seine Bienen dort für die Frühtracht viele Obstbäume an, vor allem Kirsche und Apfel, für die Sommertracht tummeln sie sich am liebsten in Bremens reichem Lindenbestand. Für die besten Standorte für seine Tiere hat er einen geschulten Blick, denn wenn Skrbeck nicht gerade bei seinen Bienen ist, kartiert er in seinem zweiten Beruf Naturschutzflächen.
Da weder seine Bienen noch Skrbek selbst für den Honig das Stadtgebiet verlassen müssen, bewegt der Imker sich ausnahmslos mit dem Fahrrad durch Bremen. Hintendran hängt ein Lastanhänger mit Elektromotor und auch vorne hat sein Rad noch eine Ladefläche. So transportiert er nicht nur seinen Honig, sondern auch seinen Marktstand, mit dem der Imker auf drei Wochenmärkten anzutreffen ist: Mittwochs auf dem Ziegenmarkt am Steintor, Donnerstags auf dem Bauernmarkt Slevogtstraße und am Samstag auf dem Domshofmarkt. „Das einzige, was ich nicht mit dem Fahrrad durch die Gegend bewege, sind meine Bienen, wenn ich sie mal umsetzen muss“, lacht er. „Die würden im Fahrradanhänger zu sehr durchgeschüttelt werden.“ Ein Auto besitzt Skrbek gar nicht. Wenn er doch mal seine Bienen transportieren muss, nutzen er und die Tiere in ein Car-Sharing-Auto.
Im Jahr sind das derzeit immerhin 500 kg Honig, die Skrbeks Bienen produzieren und die er auf seinem Gespann durch die Stadt fährt. „Das darf aber gerne noch mehr werden“, verrät er. „Dann kann ich vielleicht tatsächlich ganz davon leben und sagen: Ich hab‘ wirklich mein Hobby zum Beruf gemacht!“

„Bremer Honig – natürlich regional“
www.natürlich-bremer-honig.de

Marktstände:
Ziegenmarkt am Steintor, Mittwochs von 11:00 bis 18:30
Bauernmarkt Slevogtstraße, Donnerstags von 10:00 bis 15:30
Domshofmarkt, Samstags von 09:00 bis 15:00

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