27.03.2019 Vahrn

Der Schweizer Kuhflüsterer in Südtirol

Der Schweizer Demeter-Landwirt und „Kuhphilosoph“ Martin Ott war Gastvortragender eines Seminars, das am 8. Februar in der Fachschule für Land- und Hauswirtschaft Salern stattgefunden hat.

Der Schweizer Demeter-Landwirt und „Kuhphilosoph“ Martin Ott war Gastvortragender eines Seminars, das am 8. Februar in der Fachschule für Land- und Hauswirtschaft Salern stattgefunden hat, und das von der Fachschule sowie Bioland Südtirol organisiert war. Rund 30 Interessierte lauschten den Ausführungen des Schweizers über die Beziehung Mensch-Kuh, über den wesensgemäßen Umgang mit den Tieren, die individuelle Lebewesen seien und keine Milch- oder Fleischmaschinen. Martin Ott ist Landwirt auf Gut Rheinau im Kanton Zürich, dem größten Demeter-Betrieb der Schweiz. Er betreut die 100-köpfige Milchviehherde und hat seine langjährigen Beobachtungen in sein Buch „Kühe verstehen - eine neue Partnerschaft beginnt" einfließen lassen. Die Partnerschaft Kuh-Mensch ist eine uralte, traditionsreiche, sagte er im Vortrag, schließlich verhalf das Rind dem Menschen zur Sesshaftigkeit. Die Kuh verwandelt Pflanzennahrung in Milch und Fleisch und lässt uns Menschen daran teilhaben; die Fress-, Wiederkau- und Ruhezeiten der Rinder seien natürliche Rhythmen, denen wir Menschen unsere eigenen übergestülpt hätten, dabei gehe ein wertvoller Teil in der Beziehung Tier-Mensch verloren. Bei ihm und seiner Kuhherde sei der Lebensrhythmus der Tiere in den eigenen Tagesrhythmus integriert: Daraus ziehe er Gleichmaß und Kraft, sagte Martin Ott. Die Beweidung in der Fruchtfolge wäre ideal, auch im Stall sollten die Kühe ein Leben in Gruppen führen können. Gras und Klee sind das beste Futter, auf Getreide wird verzichtet, denn was der menschlichen Ernährung dienen kann, soll nicht an Tiere verfüttert werden. Seine Kühe sind Hörnerträgerinnen und der Laufstall ist so gestaltet, dass bei Begegnungen in Gängen für das rangniedrige Tier genug Platz bleibt, um auszuweichen. Hörner sind wichtige Kommunikationsinstrumente, dienen aber auch der Körperpflege. Viele interessante Erkenntnisse konnte der Schweizer Kuhversteher den ZuhörerInnen mitgeben, mit seinem Vortrag wusste er zu fesseln und für das besondere Verhältnis Mensch-Kuh eine Lanze zu brechen.

Bioland Südtirol

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