10.07.2019 Völs am Schlern

Bodenworkshop im Getreidefeld

Um Bodenaufbau im Ackerbau ging es Anfang Juli in Völs am Schlern unterhalb der Seiser Alm mit dem Experten und Bioland-Bauern Josef Hägler.

Der Mitbegründer der Interessensgemeinschaft Gesunder Boden e.V. aus der Oberpfalz beschäftigt sich seit Jahrzehnten intensiv mit den Themen Boden, Düngung, Bearbeitung und Humusaufbau vor allem im Ackerbau.

„Der Boden ist der Schlüssel zum Erfolg“, betont Josef Hägler, und das wissen auch die gut ein Dutzend TeilnehmerInnen am Workshop; man traf sich im schönen Getreidefeld des Haselriederhofs, wo Bauer Kurt Wörndle den Schwarzen Emmer anbaut, das Urkorngetreide, das ohne Pflanzenschutzmittel auskommt. Die Einflüsse auf den Boden, die der Landwirt steuern kann, seien vielfältig, erklärte Hägler: keine Nährstoffüber- oder -unterversorgung, Vermeidung von Fäulnis durch Mist und Gülle, Verzicht auf das Einarbeiten grüner Pflanzen, Sorge für ein hohes Wasseraufnahmevermögen und möglichst wenig Erosion, möglichst geringe Stickstoffverluste und keine wendende Bearbeitung, um die Bakterien in der Erde zu erhalten.

Immer wenn im Boden ein Nährstoff in zu großer Menge enthalten ist, lasse sich ein anderer Nährstoff in zu geringer Menge nachweisen, stellt der Biobauer fest. „Die Nährstoffe im Boden bilden ein sehr sensibles Gefüge.“ Den standortabhängigen natürlichen Nährstoffgehalt des Bodens kann der Landwirt zwar nicht beeinflussen, sehr wohl aber den Humusgehalt. Wie Hägler bei Untersuchungen festgestellt hat, kann ein Boden mit 3,3 % Humusgehalt in 20 cm Tiefe rund 650 m³ Wasser pro Hektar und Jahr speichern, bei einem Humusgehalt von 5,6 % steigert sich dieser Wert sogar auf 1130 m³. Mit dem Wasser speichert der Boden zugleich Nährstoffe. „Deshalb ist der Humusaufbau ja so wichtig.“

Bei der Bodenbearbeitung fräst Hägler das Kleegras bis zu einer Tiefe von 3 bis 4 cm möglichst eben ab und lässt das Fräsgut anschließend vier bis fünf Tage liegen. Der Feinboden befindet sich unten und der Grobboden oben, wodurch das Absterben der Unkräuter gewährleistet wird. Bei der Einarbeitung der Frässchicht schließt ein Grubbernachläufer die Oberfläche des Bodens, ohne ihn nach unten hin zu verdichten. Gegrubbert wird maximal bis zu einer Tiefe von 15 cm. Nach dem Grubbern walzt Hägler das Kleegras-Fräsgut sofort an, um die Bodenoberfläche wieder eben zu verschließen.

Der Praxisnachmittag zeigte den TeilnehmerInnen wiederum auf eindrückliche Art und Weise, wie wichtig der gesunde Boden im Kreislauf der Landwirtschaft ist.

Daniele Piscopiello

Bioland Südtirol

Niederthorstraße, I-39018 Terlan

Tel. 0039 0471 1964100

Fax 0039 0471 1964119

E-Mail: bioland(at)bioland-suedtirol.it

Zurück zur Übersicht