07.02.2019 Oberbozen, Ritten

Bioland Seminar 2019 „Wir bereiten uns vor“

Mit Bioland-Präsident Jan Plagge und Oswin Maurer, Dekan der Wirtschaftsfakultät an der Uni Bozen als Gastredner eröffnete Bioland Südtirol das Winterseminar im Bildungszentrum Lichtenstern am Ritten. „Wir bereiten uns darauf vor, eine breite Verbraucherschaft für Bio zu gewinnen.“

Mit dieser Ankündigung wandte sich Jan Plagge, der auch dem europäischen Verbund der Bio-Organisationen IFOAM vorsitzt, an die rund 200 Anwesenden. „Organic on every table“ und „fair play + fair pay“ lauten die Slogans der gemeinsamen europäischen Bio-Politik.

Mehr Bio sei kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit und im marktwirtschaftlichen Zusammenspiel zwischen Produzenten, Verbrauchern und Handel zu erreichen. Die Entwicklung der ökologischen Anbauweise bzw. eines Marktes für Bioprodukte in Europa sei eine sehr heterogene, so Jan Plagge, jede Nation fahre da eine eigene Linie. Bei Entscheidungsfindungen der Europäischen Kommission in Brüssel käme man leider nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. „Umso wichtiger“, so Plagge, „dass die Biobauern zusammenstehen und sich in die Gestaltung von Standards, wie sie Bioland, Demeter oder Naturland einbringen, um so den Handel ebenfalls umzubauen.“ Eine aktuelle Studie des Thünen Bundesforschungsinstituts zeige, dass der Ökolandbau für Wasserschutz, Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Klimaschutz und –anpassung sowie Ressourceneffizienz eindeutig im Vorteil zu anderen Anbauweisen ist. 

Um „Bio als Qualitätsmerkmal für Südtirol“ ging es im Vortrag von Uni-Professor Oswin Maurer, der in durchaus heiteren Bildern vom Wechselspiel Handel – Markt – Konsument sprach. Beim Wettbewerb um Lebensmittel gehe es nicht um Marktanteile, sondern um „Magenanteile“. Der Kauf von Lebensmitteln, der Genuss von Essen sei ein emotionaler; darauf müssten Produzenten und Händler achtgeben. „Die Biobranche hat in ihren Entwicklungsmöglichkeiten unbedingt Luft nach oben“, so Maurer, „neuen Ideen muss man Beine machen.“ So sieht er Potential für Bio im Nahrungsergänzungsbereich oder bei lokalen Heilpflanzen.

Landesrat Arnold Schuler und SBB-Obmann Leo Tiefenthaler zeigten sich erfreut über den anhaltenden Trend zur Ökologisierung in Südtirol. Der Landesrat wies auf die anhaltenden Schwierigkeiten bei der Abdrift hin, das Problem wolle man durch mehr Forschungsarbeit in den Griff bekommen. Das große Ziel sei eine generelle Ökologisierung der Landwirtschaft in Südtirol mit konkreten Maßnahmen in den nächsten Jahren, der Forschung nach resistenten Sorten sowie Antagonisten, um die Pflanzengesundheit zu fördern. Künftig soll es weniger um den Pflanzenschutz, sondern um die Pflanzengesundheit gehen, so Schuler. Leo Tiefenthaler verwies auf die Regierungserklärung, wonach die Bioflächen in Südtirol bis 2025 verdoppelt werden sollen, so stehe es auch im Biokonzept des Südtiroler Bauernbundes. Bioland Südtirol Obmann Toni Riegler betonte, dass die steigende Anzahl von Biobäuerinnen und Biobauern eine fundierte Beratung benötige. BeraterInnen die mit Kenntnis und Haltung die Prinzipien des Biolandbaus vertreten und vermitteln, für all jene die dazu beitragen wollen, Südtirols Landwirtschaft zu ökologisieren.

Bioland Südtirol

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