30.07.2019 Schwanefeld/Magdeburg

Offener Brief zur Ausgestaltung der Förderung des ökologischen Landbaus im Antragsverfahren 2019

Agrarpolitischer Arbeitskreis Ökologischer Landbau in Sachsen-Anhalt wendet sich an Landesregierung

 

 

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Haseloff, sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin Brakebusch, sehr geehrter Herr Daldrup, sehr geehrte Landtagabgeordnete,

wir haben erfreut zur Kenntnis genommen, dass nach Auswertung der aktuell vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie vorgelegten Zahlen im Antragsverfahren 2019 insgesamt 49 Betriebe ihr Interesse bekundet haben, ihre Unternehmen künftig nach den Richtlinien der EU-Öko- VO bewirtschaften zu wollen. Von diesen Neueinsteigern können jedoch nur 20 Betriebe auf einen positiven Bescheid ihres Antrags hoffen. Von den insgesamt 9.568 ha, für die eine neue Förderung ökologischer Anbauverfahren ab dem 01.01.20 beantragt wurden, können nach gegenwärtiger Mittelverfügbarkeit nur 4.837 ha bewilligt werden. Die diesjährige Antragstellung dokumentiert das ungebrochene Interesse an einer ökologischen Wirtschaftsweise. Ein jährlicher Zuwachs in der Größenordnung der 2019er Antragstellung ist notwendig, um in einem überschaubaren Zeitraum das Ziel des Koalitionsvertrages der Landesregierung - 20% Ökolandbau - zu erreichen.

Eine stabile und verlässliche Förderung aller ökologisch bewirtschaften Flächen ist essentielle Voraussetzung, sowohl Umstellung als auch Beibehaltung betriebswirtschaftlich erfolgreich gestalten zu können. Unter den voraussichtlich nicht geförderten Betrieben sind vor allem Ackerbaubetriebe an ertragsstärkeren Standorten, bestehende Ökobetriebe mit einem Flächenzuwachs über 20% sowie tierhaltende Betriebe, die ihren Tierbestand erst im Verlaufe der Umstellung aufbauen können.

Wir bitten Sie mit diesem Schreiben, sich intensiv dafür einzusetzen, dass die Anträge aller Antragsteller dieses Jahres gefördert werden können. 

Nach unserer Kenntnis wurden in anderen Bereichen des ELER erhebliche Mittel bisher nicht verwendet und es ist zu erwarten, dass diese im verbleibenden Zeitraum der ELER-Periode auch nicht im vollen Umfang verwendet werden können. Die Umschichtung dieser Mittel bietet aus unserer Sicht den nötigen finanziellen Spielraum.

Wir bitten Sie daher eindringlich darum, gemeinsam mit den zuständigen Fachministerien kurzfristig nach Wegen zu suchen, eine vollständige Bewilligung der gestellten Anträge zu ermöglichen. Dies betrachten wir vor allem auch unter dem Gesichtspunkt für wichtig, dass neben den unstrittigen positiven ökologischen Auswirkungen eine Umstellung auch dazu beiträgt, regionale Wertschöpfungsketten in Sachsen-Anhalt weiter zu entwickeln und wertvolle Impulse für die Entwicklung des ländlichen Raums in unserem Land zu geben.

Mit freundlichen Grüßen

im Namen der APÖL

Dirk Werner (Sprecher)

Bioland Ost e.V.
Gradestr. 92, 12347 Berlin

Susanne Kagerbauer - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Heike Kruspe - Geschäftsführerin

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