06.02.2019 Möhnesee-Günne

Bioland NRW Wintertagung lockt Hunderte an den Möhnesee

Seminar für Bio-Bauern und Interessierte in NRW

Rund 250 Bio-Bauern, landwirtschaftliche Berufsschüler und weitere Interessierte tagten vom 3. bis 5. Februar im Heinrich Lübke Haus am Möhnesee. Der Bioland Landesverband NRW hatte zur jährlich stattfindenden "Wintertagung" eingeladen. In Fachseminaren beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Themen wie dem Klimawandel, Biodiversität in der Landwirtschaft, Vermarktungsstrukturen für Bio-Produkte und politischen Rahmenbedingungen des Ökolandbaus in NRW. Zudem wurden in Fachseminaren konkrete Belange der Betriebe in der Tiergesundheit, dem Nährstoffmanagement, der Hofübergabe oder auch dem Stallbau erläutert.

Bioland NRW Geschäftsführer Jan Leifert freut sich über das wachsende Interesse am Ökolandbau: "Unsere Wintertagung ist auch ein Gradmesser für die grundlegende Entwicklung in der Landwirtschaft. Immer mehr Landwirte beschäftigen sich mit der Idee, ihren Betrieb auf Ökolandbau umzustellen, unsere Mitgliederzahl entwickelt sich insbesondere in den letzten drei Jahren erfreulich positiv. Dass wir mit unseren Themen auch so viele junge Menschen aus der landwirtschaftlichen Ausbildung erreichen, freut mich dabei ganz besonders!"

Ein Schwerpunktthema der Tagung war die Verantwortung der Landwirtschaft für die Biodiversität in der Agrarlandschaft. Der dramatische Schwund von Insekten und Singvögeln wird durch die Landwirtschaft vielfach verstärkt. Der Ökolandbau ist durch seinen Verzicht auf chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel für die Vielfalt von Lebewesen auf Acker und Wiesen die vorteilhaftere Bewirtschaftungsform. Aber auch in der Biolandwirtschaft gibt es Entwicklungspotentiale, das Leben von Insekten und Vögeln weiter zu entwickeln und zu schützen. Die Bioland Naturschutzberaterin Veronika Heiringhoff Campos informierte ausführlich über mögliche Maßnahmen im Betrieb.

Einen grundsätzlichen Systemwandel in der Lebensmittelproduktion forderte Gastredner Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Der Artenschwund und der Klimawandel seien Ausdruck eines angegriffenen Ökosystems, das kollabieren könne. Eine weitere Destabilisierung der Ökosysteme habe unabsehbare Negativfolgen. Ökolandbau sei ein richtiger Schritt für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen, aber auch dieser sollte sich weiterentwickeln. In der anschließenden Debatte forderten die Bäuerinnen und Bauern sich selbst auf, ihre Arbeit stärker in die Öffentlichkeit zu rücken: Leistungen des Ökolandbaus müssen kommuniziert werden, damit Bauern und Bäuerinnen ebenso umstellen wie Verbraucherinnen und Verbraucher an der Ladentheke. Am besten beginnt diese Bildungsarbeit schon in Kindergärten und Schulen. So ein Stimmungsbild aus den Reihen der Seminarteilnehmer.

Bioland Nordrhein-Westfalen e.V.
Im Hagen 5, 59069 Hamm-Süddinker

Annette Angenendt - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Jan Leifert - Geschäftsführer

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