13.01.2014 Münster

Pinkus Müller – die Biobier-Pioniere haben Grund zu feiern

Traditionelle Braukunst in Münster
Braumeister Friedhelm Langfeld erhält von Heinz-Josef Thuneke eine Urkunde für 25 Jahre Bioland-Partnerschaft.

Einst gab es zahlreiche Altbierbrauereien in Münster. Heute ist nur noch eine übrig: Pinkus Müller, auch bekannt für das erste deutsche Biobier. Inzwischen feiert die Brauerei mit ihrer urigen Gaststätte eine 25-jährige Partnerschaft mit Bioland. Grund genug für eine Auszeichnung und eine eingehende Würdigung dieser besonderen Biermanufaktur in der Münsteraner Altstadt.

Mit einer damals absoluten Neuheit bereicherte Hans Müller die Stadt Münster bereits 1978: Er braute das erste Bier aus ökologisch angebautem Getreide. Lange vor EU-Ökoverordnung und detaillierten Regelwerken für die biologisch-organische Braukunst etablierte sich allmählich Deutschlands erste Bio-Brauerei. Ein weiteres Kapitel der inzwischen fast 200 Jahre währenden Geschichte von Pinkus war aufgeschlagen. Für 25 Jahre erfolgreiche und innovative Bioland-Partnerschaft gab es nun eine Urkunde für Braumeister Friedhelm Langfeld und Gattin Barbara Müller, Tochter des einstigen Biobier-Pioniers.

Aus Münster in die Welt
Als es in den 80er-Jahren an die Entwicklung der Richtlinien für die Erzeugung ökologischer Lebensmittelerzeugung ging, konnte Müller all sein Know-how in die Braukunst einbringen. Wie in anderen Fällen auch geht das Bioland-Regelwerk über die Ökoverordnung der EU hinaus, beispielsweise was die Filtrierung betrifft. Seit1991 werden zu 100 Prozent Bio-Braugetreide und Bio-Malz verwendet. Die steigende Nachfrage nach regionalen Produkten ist ein weiterer Pluspunkt für den Betrieb mit seinen 14 Mitarbeitern.

Qualität und Kontinuität zahlen sich aus. „Das Wichtigste ist, daran zu arbeiten, dass das Bier einzigartig und hochwertig bleibt“, sagt Langfeld. Pinkus Bier mit seinen derzeit vierzehn Sorten ist zwar nach wie vor ein Nischenprodukt. Doch man kennt es in ganz Deutschland, wo Kunden es in Bioläden, manchen Supermarkten und im Ausschank bekommen können. Ebenso gibt es Abnehmer in Westeuropa, den USA und sogar in Fernost. Immerhin 12 Prozent des Gebrauten werden ins Ausland exportiert. Die Marke ist etabliert, bestens bekannt, der Absatz stetig, auf aufwändiges Marketing und Werbemaßnahmen wird weitgehend verzichtet.

Es klingt ein wenig paradox in Zeiten, in denen andere scheinbar nur auf stetiges Wachstum schielen. „Wir sind in der glücklichen Lage, uns unsere Kunden aussuchen zu können“, sagt Barbara Müller. Der Betrieb soll gezielt klein bleiben und nicht um jeden Preis wachsen. Sie und ihr Mann, Friedhelm Langfeld, fahren seit Jahren gut damit. Es ist viel Arbeit, doch man macht sie selbst und behält die Kontrolle. Das schafft Raum für Experimente, neue Biersorten etwa. Und die beiden finden, klein zu bleiben muss man sich eben „leisten können“.

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