15.07.2019 Torstedt

Kuhstall statt Klasse: Schüler der Fridays for Future Hamburg gehen mit Bioland-Bauern in den Austausch

Am Freitag war Fridays for Future Hamburg zu Gast auf dem Bioland-Hof Quellen in Torstedt. Rund 30 Schülerinnen und Schüler gingen einen Nachmittag lang mit Fachleuten in den regen Austausch rund ums Thema Klimakrise und welche Auswirkungen der Agrarbereich auf diese hat.

Auf den Heuballen im großen Kuhstall des Biohofs Quellen wurde es kuschelig. „Wir sind hier auf einem Bioland-Hof in Tostedt, weil wir uns über das Thema Landwirtschaft und Klimakrise informieren wollen. Ökologische Landwirtschaft ist dafür ein relevanter Punkt", sagte Friederike Leppert von Fridays for Future Hamburg. Gemeinsam mit Bioland, das gemeinsam mit anderen Verbänden als Farmes for Future die Demobewegung unterstützt, hatten sie den Aktionstag auf dem Biohof Quellen organisiert. Beäugt von selig kauenden Hofrindern, lauschten die Schüler Betriebsleiter Matthias Keßler, der seit 2007 in der Region Biolandwirtschaft mit dem Schwerpunkt Ackerbau betreibt. Besonders im Fokus stand dabei die Rinderhaltung. Keßler erläuterte, warum Tierhaltung als Düngerlieferant ein wichtiger Teil der ökologischen Kreislaufwirtschaft ist und auch zum Schutz des fürs Klima wichtigen Grünlands beiträgt.

Wo der Mist der 150 Rinder landet, konnten sich die Jugendlichen direkt nebenan auf den Gartenbauflächen ansehen. Denn der Biohof Quellen ist Teil einer Solidarischen Landwirtschaft. 700 Mitglieder finanzieren mit Monatsbeiträgen den Betrieb und bekommen dafür regelmäßig Ernteanteile. So rücken Landwirt und Verbraucher wieder näher zusammen. Dieses Konzept begeisterte auch die jungen Besucher, die neugierig und clever nachfragten: Wie funktioniert die Vermarktung? Wie stemmt der Landwirt größere Investitionen? Gibt es eine Vernetzung mit anderen Bauern der Region?

Natürlich durfte nicht nur gefragt, sondern auch geerntet werden. Zwischen Kartoffeln und Rüben legten die Schüler selbst Hand an und zogen ihren eigenen Ernteanteil aus der Erde oder schauten sich in den Gewächshäusern um, in denen Tomaten Auberginen und Co. heranreifen.

Welche Bedeutung ein gesunder Boden für den Anbau von Lebensmitteln hat, darüber sprach Inka Sachse von der Organisation Soil & More. Wie kann man die Fruchtbarkeit des Bodens steigern? Wie funktioniert natürliche Düngung? Und warum können diese Maßnahmen den Boden resistenter gegen Klimaveränderungen machen? Diese Fragen beantwortete die Beraterin anschaulich und spannend.

Emotional wurde es, als Bioland-Obstbauer Claus Blohm berichtete, wie er am eigenen Leib den Klimawandel zu spüren bekam. Die Kirschessigfliege, eigentlich im hohen, kühlen Norden ein selten gesehener Schädling, vernichtete in den vergangenen Jahren zwei seiner Kirschernten. So sah sich der Landwirt gezwungen, seine Kirschbäume zu roden. Nun hat er gemeinsam mit drei weiteren Betrieben und Greenpeace die Bundesregierung verklagt, weil sie ihre Klimaziele nicht einhält. „Ich war auch mal die Zukunft, so wie ihr heute die Zukunft seid. Ich möchte euch die Erde so hinterlassen, dass ihr damit weiterleben könnt", begründete Blohm sein Engagement und erntete dafür begeisterten Applaus von seinen jungen Zuhörern. „Bioland und Fridays for Future gehen zusammen in eine Richtung, weil wir langfristiger denken und fair mit der Umwelt umgehen wollen", bekräftigte auch Friederike Leppert. „Wir können gemeinsam viel erreichen. Deswegen finde ich es supercool, dass es die Farmers for future gibt!"

Bioland  Niedersachsen/Bremen e.V.
Bahnhofstr.15, 27374 Visselhövede

Harald Gabriel - Geschäftsführer
Angelika Franz - Presse-/Öffentlichkeitsarbeit

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