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BIOFACH 2018
Biobranche wächst – Niedersachsen hat gewaltigen Aufholbedarf

Nürnberg/Visselhövede. Zum Ausklang der internationalen Fachmesse BIOFACH in Nürnberg zieht die Biobranche eine positive Bilanz der bundesweiten Entwicklung. Mit über 10 Milliarden Euro Umsatz ist der Biomarkt weiter im Aufwind (s. Anlage BÖLW BIOFACH Bilanz). Aufholbedarf besteht allerdings in Niedersachsen. Denn während bundesweit bereits jeder zehnte Betrieb ökologisch wirtschaftet, liegt der Bioanteil hierzulande noch unter 4 %. Damit bleibt Niedersachsen mit seinem geringen Ökolandbau-Anteil weiterhin bundesweit Schlusslicht.

„Von diesem Zukunftsmarkt darf Niedersachsen als Deutschlands Agrarland Nummer 1 nicht abgehängt werden“, warnt Harald Gabriel, Geschäftsführer von Bioland Niedersachsen/Bremen. Jetzt sei die Politik gefragt, Impulse für eine Weiterentwicklung des Ökolandbaus zu setzen. Vor diesem Hintergrund stimme es ihn jedoch optimistisch, dass die neue Landesregierung den Anspruch habe, aufzuholen und auch in Bezug auf den Ökolandbau Agrarland Nummer 1 zu werden.

"Ökolandbau zeigt, wie eine Landwirtschaft ohne Glyphosat, ohne Überdüngung und mit artgerechter Tierhaltung geht“, so Gabriel. „Das honorieren die Verbraucher - und immer mehr Landwirte interessieren sich für diesen Weg. Im Land, im Bund und in Brüssel gilt es, jetzt dafür die Weichen für eine ökologische und tiergerechte Landwirtschaft zu stellen."

Ergänzend zu einem Zukunftsprogramm für den Ökolandbau im Bund, das auf einen Anteil von 20% Ökolandbau zielt, ist aus Sicht von Bioland jetzt die Landesregierung gefragt, ebenfalls ein gezieltes Programm vorzulegen. Um den Vorgaben des Koalitionsvertrages in Niedersachsen gerecht zu werden und die Entwicklungspotenziale in Niedersachsen zu nutzen, braucht es ein umfassendes Aktionspaket. Handlungsbedarf besteht von der Ausbildung über die Forschung bis hin zu Impulsen für mehr Bioprodukte in Kantinen und Schulen.

Auch für die aktuellen Weichenstellungen in der gemeinsamen eurasischen Agrarpolitik besteht akuter Handlungsbedarf. Denn von den 55 Milliarden Euro EU-Subventionen jährlich kommt nur ein geringer Anteil tatsächlich einer ökologischen und tiergerechten Landwirtschaft zugute. Hier müsse umgesteuert werden, fordert Gabriel: „Die Gelder sollten gezielt Leistungen für öffentliche Güter honorieren und nicht weiter mit der Gießkanne ausgegeben werden.“

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