28.09.2018 Baunatal/Fulda

Bioland Hessen diskutiert mit Sprechern der Landtagsfraktionen die Entwicklung der Landwirtschaft in Hessen

Agrarpolitik muss Umweltleistungen der Landwirtschaft honorieren!

"Die hessische Landwirtschaft ist ohne Subventionen nicht weltmarktfähig! Anstelle subventioniert dem Weltmarkt hinterherzujagen, müssen mittelfristige öffentliche Gelder viel stärker für die gesellschaftliche Leistungen der Landwirtschaft bereitgestellt werden“ forderte Gregor Koschate, Geschäftsführer von Bioland Hessen, beim gestrigen agrarpolitischen Gespräch seine Gesprächspartner aus der Politik auf.

v.l.n.r.: Gita Sandrock, Vorstandsvorsitzende Bioland Hessen, Gregor Koschate, Geschäftsführer Bioland Hessen, Marjana Schott, agrarpol. Sprecherin der Partei Die Linke, Stephanie Wetekam, FDP-Kreisverband Waldeck-Frankenberg als Vertretung von Wiebke Knell, Heinz Lotz, agrapol. Sprecher der SPD, Daniel May, Vertreter von Martina Feldmayer, Bündnis 90/Die Grünen.
Bioland Hessen hatte auf den Biolandhof der Familie Eisenach nach Baunatal eingeladen, um mit den agrarpolitischen Vertretern der Fraktionen im Vorfeld der Landtagswahl über die Entwicklung der Landwirtschaft in Hessen bis 2030 zu diskutieren. Die Veranstaltung begann mit einem Rückblick von Wolfgang Schott, der seit den Anfängen des Biolandbaus dabei ist und Bioland Hessen vor über 30 Jahren mit gegründet hat. Er skizzierte die Situation des ökologischen Landbaus in den letzten Jahrzehnten. Seit dem hat sich viel verändert: Heute beträgt der Anteil ökologisch wirtschaftender Betriebe in Hessen über 13 Prozent. Doch wo steht die Landwirtschaft heute allgemein und wo will sie hin? Die Entwicklung im Agrarsektor hängt stark von den politischen Rahmenbedingungen ab. „Es macht keinen Sinn, zu versuchen, mit den rechtlichen, naturräumlichen und sozioökonomischen Bedingungen in Hessen zu gleichen Preisen wie Neuseeland oder Brasilien landwirtschaftliche Produkte erzeugen zu wollen. Vielmehr müssen wir uns auf unsere Stärken besinnen und ich hoffe, die Politik erkennt endlich die vorherrschenden Bedingungen in Hessen als Chance!“ appellierte Gregor Koschate an die anwesenden Politiker.

Die Vertreter von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und der Partei Die Linke betonten in ihren Statements die Bedeutung der Landwirtschaft in Hinblick auf das Erbringen öffentlicher Leistungen und das Problem der fairen Preise, diese bisher noch weitestgehend unbezahlten Leistungen entsprechend zu vergüten. So wies beispielsweise Heinz Lotz, agrarpolitischer Sprecher der SPD, darauf hin, dass die deutschen Verbraucher europaweit am wenigsten für Lebensmittel ausgeben. In der Diskussion ging es viel um das Thema notwendiger Reglementierungen versus Bürokratieabbau. Beim Thema Gentechnik variierten die Meinungen der Politiker am meisten. Der Bioland-Verband hat diesbezüglich seit jeher eine klare Position: Das Risiko von gentechnischen Methoden ist unkalkulierbar, da einmal in die Umwelt entlassene veränderte Organismen sich auskreuzen und nicht mehr zurückgeholt werden können. Große Einigkeit herrschte beim Thema Klimawandel und Verlust an Artenvielfalt. Beides ist nicht mehr zu leugnen. Es geht vielmehr darum, in welchem Rahmen Maßnahmen für die Landwirtschaft sinnvoll sind. Zum Schluss äußerte Vorstandsvorsitzende Gita Sandrock die Hoffnung, dass alle Parteien daran arbeiten, dass die Landwirtschaft in Hessen bis 2030 ihren eigenen Weg findet.

Bioland  Hessen e.V.
Sturmiusstraße 5, 36037 Fulda

Susanne Kagerbauer - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Gregor Koschate - Geschäftsführer

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