19.10.2018 Fulda/Hohenstein,

Agrarpolitik muss Umweltleistungen der Landwirtschaft honorieren!

Bioland Hessen diskutiert mit Sprechern der Landtagsfraktionen die Entwicklung des Agrarsektors in Hessen

„Die hessische Landwirtschaft ist ohne Subventionen nicht weltmarktfähig! Anstelle subventioniert dem Weltmarkt hinterherzujagen, müssen mittelfristige öffentliche Gelder viel stärker für die gesellschaftliche Leistungen der Landwirtschaft bereitgestellt werden“ forderte Gregor Koschate, Geschäftsführer von Bioland Hessen, beim gestrigen agrarpolitischen Gespräch seine Gesprächspartner aus der Politik auf.

v.l.n.r.: Kurt Wiegel, CDU, Martina Feldmayer, Die Grünen, Gita Sandrock, Vorstandsvorsitzende Bioland Hessen, Gregor Koschate, Geschäftsführer Bioland Hessen, Stefan Müller, FDP
Bioland Hessen hatte auf den Biolandhof der Familie Besier nach Hohenstein eingeladen, um mit den agrarpolitischen Vertretern der Fraktionen im Vorfeld der Landtagswahl über die Entwicklung der Landwirtschaft in Hessen bis 2030 zu diskutieren. Die Veranstaltung begann mit einem Rückblick von Wolfgang Schott, der seit den Anfängen des Biolandbaus dabei ist und Bioland Hessen vor über 30 Jahren mit gegründet hat. Er skizzierte die Situation des ökologischen Landbaus in den letzten Jahrzehnten. Seit dem hat sich viel verändert: Heute beträgt der Anteil ökologisch wirtschaftender Betriebe in Hessen über 13 Prozent. Doch wo steht die Landwirtschaft heute allgemein und wo will sie hin? Die Entwicklung im Agrarsektor hängt stark von den politischen Rahmenbedingungen ab. „Es macht keinen Sinn, zu versuchen, mit den rechtlichen, naturräumlichen und sozioökonomischen Bedingungen in Hessen zu gleichen Preisen wie Neuseeland oder Brasilien landwirtschaftliche Produkte erzeugen zu wollen. Vielmehr müssen wir uns auf unsere Stärken besinnen und ich hoffe, die Politik erkennt endlich die vorherrschenden Bedingungen in Hessen als Chance!“ appellierte Gregor Koschate an die anwesenden Politiker.

Die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen, der FDP und der CDU betonten in ihren Statements die Bedeutung der Landwirtschaft in Hinblick auf das Erbringen öffentli-cher Leistungen und das Problem der fairen Preise, diese bisher noch weitestgehend unbezahlten Leistungen entsprechend zu vergüten. In dem anschließenden Gespräch diskutierten die Gäste mit den Politikern und dem Geschäftsführer von Bioland über die Bedeutung der Landwirtschaft für die Gesellschaft, faire Preise und Verbraucherbildung, den grassierenden Flächenverbrauch und den sich immer stärker äußernden Klimawandel. Nicht bei allen Themen herrschte Einigkeit, zum Teil zeigten sich konträre Ansichten.

Zum Schluss der Veranstaltung äußerte Vorstandsvorsitzende und Moderatorin Gita Sandrock den Wunsch, weiterhin unabhängig vom Ausgang der Wahlen gemeinsam die hessische Landwirtschaft und insbesondere den ökologischen Landbau gut aufzustellen, und appellierte an die Politiker, den Mut aufzubringen, auch unpopuläre Maßnahmen durchzusetzen. 

Bioland  Hessen e.V.
Sturmiusstraße 5, 36037 Fulda

Susanne Kagerbauer - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Gregor Koschate - Geschäftsführer

Tel. 0661 4804360
Fax 0661 48043620
E-Mail: info-hessen(at)bioland.de

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