07.06.2019 Esslingen / Berlin

Für offen Dialog und gegen die Vertiefung von Gräben

Wie sieht die Landwirtschaft der Zukunft aus? Mit welchen Methoden kann die Menschheit langfristig so ernährt werden, dass die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten bleiben? Über die Zukunft auf Acker und Teller diskutierten am vergangenen Dienstag Vertreter aus Politik und Landwirtschaft. Bioland-Landwirtin Johanna Buntz aus Lonsee-Halzhausen im Alb-Donau-Kreis war einer der Referentinnen auf dem Zukunftsdialog Agrar und Ernährung, zu dem die DIE ZEIT nach Berlin einlud.

Sie sprach sich für einen offenen Dialog zwischen den Berufsständen aus und wies auf die Wichtigkeit des Kontakts von Landwirt und Verbraucher hin. Dabei sei der Erhalt möglichst vieler Tier- und Pflanzenarten nicht nur eine Frage der Ethik, sondern gerade in der Landwirtschaft ein überlebenswichtiges Ziel. Besonders der Austausch zwischen den konventionellen und den ökologischen Berufsgruppen sei wichtig, um zielführend und gemeinsam an einer zukunftsfähigen Landwirtschaft zu arbeiten, so Buntz. „Wir dürfen keine weiteren Gräben schaffen, wo es bereits viele, tiefe Einschnitte gibt.“ betonte Buntz, die stattdessen den offenen Dialog zwischen den Berufsständen forderte.

Wie wichtig das eigene Bewusstsein des Landwirtes über die Tragweite seiner gewählten Anbaumethode sei, verdeutliche Buntz, indem sie Landwirte zur ständigen Selbstreflektion ihrer Arbeit aufrief. „Wir Landwirte sollten fortlaufend hinterfragen, ob unsere angewandten Methoden und die Leitlinien, nach denen wir arbeiten, unseren Grundsätzen entsprechen.“ so Buntz, die nach dem Abitur den jahrelang konventionell geführten Betrieb der Eltern übernahm und ihn auf ökologische Landwirtschaft umstellte.

Die Notwendigkeit in geschlossenen Kreisen zu wirtschaften, war für die junge Bioland-Landwirtin eines der ausschlaggebende Argumente für die Umstellung des Betriebes und den Aufbau einer auf die Ackerfläche angepasste Tierhaltung. Als Grundprinzip für organisch-biologischen Landbau verzichtet die Kreislaufwirtschaft zum einen auf den Einsatz von synthetischen Stickstoff-Düngemittel und führt dem Boden zum anderen Nährstoffe in Form von Mist und Kompost zurück. Bioland-Landwirte wie Johanna Buntz wirtschaften damit weitgehend unabhängig von begrenzt vorhandenen Rohstoffen: Eine Tatsache, die den Biolandbau zur wichtigsten Methode macht, um die Menschheit auch in Zukunft nachhaltig zu ernähren.

Der Betrieb von Johanna Butz ist dabei nur einer von vielen Betrieben, die in den letzten Jahren auf Öko-Landbau umgestellt haben. Die Nachfrage nach Bio-Produkten wächst weiterhin, so auch nach hochwertigen heimischen Bio-Erzeugnissen. Immer mehr konventionell wirtschaftende Betriebe stellen daher auf Bio-Landbau um. 17 Prozent der Landwirte sind an einer Umstellung interessiert, laut Konjunkturbarometer (Stand Januar 2019) des Deutschen Bauernverbands. Die Hälfte aller Umsteller wird Mitglied in einem der neun Bio-Anbauverbände in Deutschland. Jeder zweite Umsteller entscheidet sich für den Bioland-Verband, dem mittlerweile mehr als 7.800 Betrieben angehören. 2018 erhöhte sich die Mitgliederzahl um 463 Betriebe (Stand 12/2018). Damit werden rund 30.000 zusätzliche Hektar Fläche nach den Bioland-Richtlinien bewirtschaftet.

Eine zukunftsfähige Landwirtschaft rückt also Stück für Stück näher.

Foto: Phil Dera für DIE ZEIT

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