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Hochleistungstier

Darunter versteht man Nutztierrassen, die darauf gezüchtet sind, möglichst viel Fleisch, Eier oder Milch innerhalb von kurzer Zeit zu erzeugen. Durch die hohe Leistung sind die Tiere krankheitsanfälliger und erhalten mehr Medikamente. Hochleistungstiere benötigen mehr Kraftfutter, bei Rindern wird z.B. weniger Grünfutter gereicht. Milchkühe mit hohen Milchleistungen leben kürzer. Bei den Hochleistungsrassen bei Mastgeflügel ist die Gewichtszunahme oft so schnell, dass das Knochengerüst nicht entsprechend mitwächst und die Tiere sich schlecht bewegen können. Im Biolandbau steht nicht die hohe Leistung binnen kurzer Zeit im Vordergrund, sondern es wird stärker auf die Lebensleistung eines Tieres geachtet. Die Kuh aus biologischer Haltung erhält weniger Kraftfutter und bekommt dafür mehr Raufutter wie Gras oder Kleegras. Außerdem hat die Kuh viel Bewegung. Im Biolandbau zählt die Lebensleistung der Kuh, nicht der Ertrag pro Tag.

Homogenisierung

Bezeichnet einen Vorgang bei dem verschiedene, nicht miteinander lösliche Komponenten gleichmäßig vermischt werden. Damit aus der Milch eine einheitliche Flüssigkeit entsteht, werden die enthaltenen Fetttröpfchen durch sehr hohen Druck stark verkleinert und verteilen sich so gleichmäßig in der Milchflüssigkeit. Der Fettanteil schwimmt somit nicht oben. Milch ist eine Fett-in-Wasser-Emulsion, in der wenig Fett in viel Wasser verteilt ist.

Humus

Humus ist die Gesamtheit des toten organischen Materials im Boden: Also bereits zersetzte oder sich im Zersetzungsprozess befindliche Substanzen, tierischer oder pflanzlicher Herkunft. Die Humusschicht stellt für Pflanzen und Bodenlebewesen den wichtigsten Lebensraum dar. Durch den ständigen Abbau, Umbau und Zersetzungsprozesse werden kontinuierlich wichtige Nährstoffe für die Pflanzen freigesetzt. Humus verbessert auch die physikalischen Eigenschaften des Bodens, er ist besser durchlüftet und kann mehr Wasser aufnehmen und festhalten. Das Pflanzenwachstum ist in Böden mit ausreichendem Humusgehalt besser und die Pflanzen sind gesünder als auf humusarmen Böden.

Humusbilanz

In der Humusbilanz wird die Humuszufuhr durch Ernte-, Wurzelrückstände und organische Düngung dem Humusbedarf der jeweiligen Kulturpflanze unter Berücksichtigung der Boden- und Klimabedingungen sowie den beeinflussenden Bodenbearbeitungsmaßnahmen gegenübergestellt. Dabei wird zwischen humusmehrenden und humuszehrenden Fruchtarten unterschieden. Humusmehrend sind zum Beispiel Leguminosen, Getreide, Raps und Zwischenfrüchte, da bei ihrem Anbau viele Erntereste und Wurzeln auf dem Feld bleiben und so eine Zunahme des Humusgehaltes zu erwarten ist. Humuszehrer wie Kartoffeln, Rüben und Mais verringern hingegen den Humusgehalt des Bodens. Die Wirkung der verschiedenen Kulturarten auf den Humusgehalt des Bodens hängt unter anderem mit ihren Anforderungen an die Bodenbearbeitung zusammen und an der Menge von Ernterückständen, die auf dem Acker verbleiben. Allerdings können auch die Klimabedingungen den Humusaufbau positiv oder negativ beeinflussen. Ziel ist es die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und stabile Erträge zu erzielen.

Hybridsaatgut

Hybridsaatgut ist das Produkt einer bestimmten Zuchtmethode, die als Hybridzüchtung bezeichnet wird. Dabei werden sogenannte Inzuchtlinien verschiedener Arten miteinander gekreuzt. Inzuchtlinien entstehen, wenn man eine Art immer wieder mit sich selbst kreuzt. Dies hat den Sinn, dass sich bestimmte wünschenswerte Merkmale in diesen Pflanzen etablieren. Wenn man anschließend zwei Inzuchtlinien mit verschiedenen guten Eigenschaften miteinander kreuzt, erhält man in der nachfolgenden Generation die zwei günstigen Merkmale in einer Pflanze kombiniert. Zusätzlich liefern diese Pflanzen viel höhere Erträge als ihre Elternpflanzen. Dies bezeichnet man als Heterosiseffekt. So kann man zum Beispiel Getreide mit einer stabilen Ähre und großen Getreidekörnern bei gleichzeitiger Ertragssteigerung züchten. Sät man allerdings Samen dieser Hybridpflanzen wieder aus, kommt es zu einer Aufspaltung dieser Merkmale. Diese Pflanzen haben also nicht mehr alle die gleichen Merkmale ausgeprägt und sind auch nicht mehr so ertragreich wie die Hybridpflanzen. Sie sind somit für den Landwirt unbrauchbar und er muss erneut Hybridsaatgut vom Züchter kaufen.