30.01.2020

Bioland Landesverband Ost wählt neuen Vorstandsvorsitzenden und skizziert die Zukunft der Landwirtschaft

Alljährliche Wintertagung in Seddin bot breite Fachvorträge und gesellschaftliche Diskussionen

Nach zwölf Jahren ehrenamtlich geleisteter Vorstandsarbeit wurde Klaus Feick von den Delegierten der Landesmitgliederversammlung (LMV) verabschiedet. Sie dankten ihm für sein großes persönliches Engagement für die Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus und seinen Einsatz im Bioland-Verband. Als sein Nachfolger wählte die LMV Klaus Bonsack aus Seebergen im Thüringer Becken. Bonsack ist Bioland-Geflügelhalter und bereits seit mehreren Jahren im Vorstand des Bioland Landesverbandes Ost tätig. „Ich freue mich sehr über die Bereitschaft von Klaus Bonsack, den Vorstandsvorsitz zu übernehmen. Er engagiert sich, seitdem er dem Verband als Mitglied beigetreten ist, im Vorstand und auch in der Bundesdelegiertenversammlung von Bioland. Wir sind froh , ihn zu haben, auch wenn wir Klaus Feick nur ungern gehen lassen. Aber auf ihn warten auf seinem Betrieb neue Herausforderungen“, sagte Heike Kruspe, Geschäftsführerin des Bioland Landesverbandes Ost.

vlnr: Jan Plagge, Silvia Bender, Klaus Bonsack, Hans-Joachim Mautschke (verdeckt), Sabine Kabath, Bernhard Wagner (hinten), Marcus Tanne (hinten), Heike Kruspe, Klaus Feick
Brandenburgs Agrar- und Umweltstaatssekretärin Silvia Bender gratulierte dem neugewählten Vorstand, wünschte alles Gute und betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Ministerium. Sie ging in ihrer Rede auf die Bedeutung des ökologischen Landbaus ein. „Wir hier in Brandenburg stehen vor großen Fragen, was die Zukunft uns bringen wird, wenn der Klimawandel im bisherigen Maß weiterschreitet. Die Landwirtschaft als Leidtragende der Klimakrise muss zur Bewältigung derselben genutzt werden. Wir brauchen mehr Ökolandbau, um die notwendige Anpassung zu bewältigen.“ Bioland-Präsident Jan Plagge rief alle Anwesenden dazu auf, Feindbilder aufzugeben, den Dialog zu suchen, und gemeinsame Ziele zu finden. Steuergelder sollten für die direkte Honorierung von Umwelt-, Klima- und Tierschutzmaßnahmen eingesetzt werden. Der neu gewählte Vorstand zeigte sich über die zukünftige politische Zusammenarbeit sehr zuversichtlich. Klaus Bonsack betonte, wie wichtig die Entwicklung der Landwirtschaft allgemein und im speziellen der ökologischen Bewirtschaftungsweise sei, denn sie zeige jetzt schon Lösungsansätze auf, mit Wetterextremen umzugehen.

Auch Bioland-Präsident Jan Plagge richtete seinen Blick nach vorn und forderte bei der anstehenden Neufestlegung der EU-Richtlinien für eine Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) in einem schrittweisen Prozess 70 % des GAP-Budgets für die direkte Honorierung von Umwelt-, Klima- und Tierschutzmaßnahmen einzusetzen. Wie hochwertige Lebensmittel erzeugt, unsere Lebensgrundlagen geschützt und den Landwirten ein auskömmliches Einkommen gesichert werden könne, sei die Frage, um die es ginge, so Plagge weiter. Statt Feindbilder zu pflegen, müssten wir Brücken bauen und einen fairen Wettbewerb um die besten Lösungen für den Schutz unserer Lebensgrundlagen schaffen. Bioland als Verband sehe sich dabei als Verbinder und Gestalter für diese Veränderungen. Plagge warb für eine wirksame gesellschaftliche Honorierung von Umweltwirkungen und Tierschutz der ökologischen Erzeugung von Lebensmitteln und den Weg weg von flächengebundenen Agrarsubventionen. Ziel: Für die Arbeit und die Umweltleistungen honoriert werden.

Hintergrund

Die Landwirtschaft schafft unsere Lebensgrundlagen und gibt unserer Landschaft ein Gesicht. Tag für Tag bestellen rund 270.000 Bäuerinnen und Bauern rund 17 Millionen Hektar Landfläche in Deutschland. Der Bioland Ost e.V. (Berlin/Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) wurde 2011 gegründet. Ihm gehören fast 400 Landwirte, Gärtner und Imker an. Sie alle wirtschaften auf über 60.000 Hektar nach den Bioland-Richtlinien, ihre Betriebe sind von 0,5 bis 3000 Hektar groß. Auf den Höfen werden Getreide, Fleisch, Milch, Obst und Gemüse bis hin zu Wildfleisch, Kräutern und Honig erzeugt. Strengen Kontrollen unterziehen müssen sich auch unsere mehr als 50 Vertragspartner aus Verarbeitung, Handel und Gastronomie. Die Geschäftsstelle ist in Berlin, neben den Mitarbeitern gestaltet der ehrenamtliche Vorstand die Aktivitäten des Verbandes.

Bioland Ost e.V.
Gradestr. 92, 12347 Berlin

Susanne Kagerbauer - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Heike Kruspe - Geschäftsführerin

Tel. 030 530237 50
Fax 0354 763177
E-Mail: info-ost @ bioland.de 

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