24.05.2019 Fulda

Bioland Hessen zur Europawahl: Sie ist wichtig für den ökologischen Landbau, für den Klima- und Tierschutz

Biolandbau sorgt durch Humusaufbau für CO2-Speicherung und somit Abmilderung des Klimawandels, Foto: Sonja Herpich.

„Wir rufen dringend alle Verbraucher und Verbraucherinnen auf, zur Europawahl zu gehen und zu wählen, denn so haben wir die Möglichkeit, den Umwelt-, Klima- und Tierschutz zu stärken und den Ökolandbau zu fördern“, ruft Gregor Koschate, Geschäftsführer von Bioland Hessen, die wahlmündigen Bürger und Bürgerinnen auf, „das Ergebnis der Europawahl wird auch einen großen Einfluss auf die zukünftige gemeinsame EU-Agrarpolitik haben“, so Koschate weiter.

In Europa gilt eine gemeinsame Agrarpolitik für alle Länder in der EU, in ihr ist festgelegt, wie die Landwirtschaft europaweit und in Deutschland gefördert wird. Dieser Agrarhaushalt ist der größte Posten im EU-Finanzetat und umfasst fast 60 Milliarden Euro im Jahr. Derzeit werden immer noch 70 Prozent der Gelder nach dem Gießkannenprinzip über die Fläche verteilt, hiervon profitieren besonders große Betriebe. Es ist dringend Zeit zum Umdenken. Denn die Landwirtschaft birgt ein großes noch nicht gehobenes Potential, die Folgen des Klimawandels abzumildern. Durch den Humusaufbau im Boden wird CO2 aus der Luft gebunden. Der ökologische Landbau praktikziert dies bereits seit Jahrzehnten. „Von den Ergebnissen der Europawahl hängt es ab, ob die EU mittel- bis langfristig ihren milliardenschweren Etat in den Umbau der Landwirtschaft für mehr Umwelt- und Klimaschutz investiert oder ob es ein „Weiter wie bisher“ geben wird“, sagt Koschate und führt aus: „Landwirte müssen für gesell-schaftliche Leistungen wie Umwelt- Klima- und Tierschutz besser honoriert werden. Daher fordert Bioland mindestens 70 % der geplanten Milliarden-Zahlungen daran zu binden, damit Bauern und Bäuerinnen, die freiwillig mehr tun, hiervon profitieren. Umweltleistungen gibt es eben nicht gratis. Biolandbauern liefern Umweltleistungen für das Gemeinwohl und nur wenn zielgerichtet in die Gemeinwohlleistungen der Landwirtschaft investiert wird, werden engagierte Landwirte und Landwirtinnen auch gefördert und nicht nur der Besitz von Land belohnt. Wir alle wollen doch sauberes Wasser, gesunde Böden und die Artenvielfalt, sprich unsere Lebensgrundlage erhalten!“ so Koschate weiter.

Was hat die Europawahl mit der Landwirtschaft zu tun?

Die Europawahl beeinflusst, wie zukünftig mit den Klimazielen umgegangen wird, wie die Treibhausgase reduziert werden, ob und wie erneuerbare Energien ausgebaut werden, die Sauberkeit unseres Wassers durch die Gestaltung der Wasserrahmenrichtlinien, wie es mit der Gentechnik weitergeht und mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln, ob und wie Pestizide zugelassen werden, wie es mit unserer verschwindenden Vogel- und Insektenwelt weitergeht, wie unsere Nutztiere gehalten werden, die ländlichen Räume gefördert und last but not least welchen Stellenwert der Ökolandbau zukünftig einnehmen wird.

Weitere Informationen zur Europawahl vom Bioland e.V.

Informationen zum bundesweiten Engagement von Bioland finden Sie unter dem „bäuerlichen Aufruf“ https://www.demeter.de/sites/default/files/public/pdf/aktuell-aufruf-europawahlen-bauernverbaende-demeter-biodynamisch.pdf. Der „bäuerliche Aufruf“ wird gemeinsam getragen von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft AbL, Biokreis, Bioland, Demeter, Ecovin, Naturland und dem Verbund Ökohöfe. Zur Einordnung erklärt Bioland-Präsident Jan Plagge in folgendem Video noch einmal was genau hinter der GAP steckt und warum sie alle Bürger betrifft: www.bioland.de/GAP.

Bioland  Hessen e.V.
Sturmiusstraße 5, 36037 Fulda

Susanne Kagerbauer - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Gregor Koschate - Geschäftsführer

Tel. 0661 4804360
Fax 0661 48043620
E-Mail: info-hessen(at)bioland.de

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