09.08.2019

APÖL dementiert Behauptungen des Bauernbundes

Der Bauernbund Sachsen-Anhalt behauptet in einer Pressemeldung vom 07.08.2019, Bioland fordere von der Landesregierung Sachsen-Anhalt eine Aufstockung der Ökoförderung. Dies ist schlichtweg falsch. Vielmehr fordert der Verband, dass alle Betriebe, die im Rahmen der bestehenden Ökoförderung ihren Betrieb umstellen wollen und einen entsprechenden Antrag auf Förderung gestellt haben, auch eine Bewilligung erhalten. Im aktuellen Antragsverfahren sollen 29 von 49 Anträgen von Neuumstellern abgelehnt werden.

Falsch ist ebenso die Behauptung, der Arbeitskreis Ökologischer Landbau Sachsen-Anhalt (APÖL) habe einer Beschränkung des Antragsvolumens auf 5.000 ha zugestimmt. Vielmehr hat der APÖL in den laufenden Verhandlungen stets dafür geworben, Gelder aus nicht ausgeschöpften Förderprogrammen umzuschichten und so ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen, um allen Betrieben, die auf ökologischen Landbau umstellen möchten, dies auch zu ermöglichen.

Auch ist es völlig inaktzeptabel und für die Erzeuger und Marktpartner höchst verunsichernd, wenn der Preis und die Absatzmöglichkeiten für EU Umstellungsware, hier Futtergetreide, pauschal mit dem guten Markt für anerkanntes Öko Speisegetreide verknüpft werden. Dies ist nicht nur fahrlässig, sondern zeugt von großer Unkenntnis über die Nachfrage und Warenströme im Ökosektor.

Hintergrund:

Mit dem Antragsverfahren 2019 haben insgesamt 49 Betriebe in Sachsen-Anhalt ihr Interesse bekundet, auf ökologischen Landbau umzustellen. Von diesen 49 Betrieben können aber nur 20 Betriebe mit einem positiven Förderungsbescheid rechnen, da die im Haushalt eingestellten Mittel nicht für alle reichen. Von den insgesamt 9.568 ha neu beantragter Ökofläche können nur 4.837 ha bewilligt werden. Damit rückt das von der Landesregierung im Koalitionsvertrag gesteckte Ziel, wonach mittelfristig 20% der Fläche ökologisch bewirtschaftet werden sollen, in weite Ferne. Damit werden nicht nur Zukunftsperspektiven landwirtschaftlicher Betriebe in Sachsen-Anhalt aufs Spiel gesetzt, sondern auch den Wünschen von Verbraucherinnen und Verbrauchern nach mehr einheimischen Produkten aus ökologischem Anbau zu wider gehandelt und nicht zu Letzt Ziele im Umwelt- und Tierschutz gefährdet. Der APÖL hat die Landesregierung aufgefordert, die vorliegenden Anträge von Neuumstellern als auch Altbetrieben mit Flächenerweiterungen vollständig zu bewilligen und dies zuletzt in einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten und die Landtagsabgeordneten bekräftigt.

Link zu offenem Brief: https://www.bioland.de/ueber-uns/landesverbaende/ost/ost-detail/article/offener-brief-zur-ausgestaltung-der-foerderung-des-oekologischen-landbaus-im-antragsverfahren-2019.html

Der Agrarpolitische Arbeitskreis Ökologischer Landbau (APÖL) ist die überverbandliche agrarpolitische Vertretung der Öko-Betriebe in Sachsen-Anhalt, getragen durch die Verbände Biokreis, Bioland, Gäa, Naturland und Biopark.

Bioland Ost e.V.
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