28.02.2018 Hannover/Visselhövede

100 Tage-Bilanz von Niedersachsens neuer Landwirtschaftsministerin noch ohne Ökolandbau

„Ich möchte den Verbraucherschutz stärken, die Landwirtschaft wieder in die Mitte der Gesellschaft rücken und den Tierschutz in Niedersachsen weiterentwickeln. Die ersten Schritte sind erfolgt“, lobt Barbara Otte-Kinast gegenüber der Presse ihre ersten 100 Tage im Amt. Auch mit den Öko-Verbänden gab es zum Amtsantritt intensive Gespräche, wobei sich die Ministerin sehr offen gegenüber dem Biolandbau zeigte. Doch in der Liste der ersten Erfolge und Themen taucht der Ökolandbau trotz positiver Gespräche noch nicht auf.

„Die ökologische Lebensmittelwirtschaft ist eine Zukunftsbranche und der stabilste Wachstumsmarkt in der Lebensmittelbranche. Er hat eine Schlüsselrolle für die Zielstellung der Ministerin: Er schafft  Vertrauen in der Gesellschaft für eine zukunftsorientierte und umweltgerechte Landwirtschaft und bietet gleichzeitig Perspektiven für Landwirte“, stellt Harald Gabriel, Geschäftsführer von Bioland in Niedersachsen, fest. „Hier besteht in Niedersachsen noch ein großes Entwicklungspotenzial, das wir in der Eröffnungsbilanz vermissen.“

Dabei ist die Landesregierung mit dem Ziel angetreten, auch für ökologisch erzeugte Lebensmittel Agrarland Nr.1 zu werden. So steht es im Koalitionsvertrag, dessen genaue Umsetzung die Ministerin unlängst nochmals zugesagt hat. Bis zur angestrebten Spitzenposition braucht es ein aktives Engagement. Denn während bundesweit bereits mehr als jeder 10 . Betrieb ökologisch bewirtschaftet wird, ist Niedersachsen mit einem Anteil von knapp 4 % Ökobetrieben weiter Schlusslicht und hat noch deutlichen Nachholbedarf. Die Nachfrage bei Betrieben und in der Wirtschaft steigt jedoch drastisch. 

Die Anbauverbände haben die Ministerin daher aufgefordert, einen konkreten Aktionsplan darüber vorzulegen, wie der Ökolandbau in Niedersachsen nach vorne gebracht wird. Dazu bestehen nach Einschätzung von Bioland derzeit gute Chancen. Denn der Biolandbau bietet Lösungsansätze für die Herausforderungen der Zukunft - vom Wasserschutz über Pestizide bis zum Tierschutz ebenso wie für die Erschließung von regionalen Qualitätsmärkten.

„Das Umstellungsinteresse ist stark gestiegen, denn immer mehr Landwirte sehen, dass ein Umbau der Agrarpolitik für eine umwelt- und tiergerechtere Landwirtschaft unausweichlich ist. Daran kommt auch die neue Landesregierung nicht vorbei“, so Gabriel. „Nach den guten Eröffnungsgesprächen sind jetzt Taten für mehr Ökolandbau in Niedersachsen gefragt, damit das Land die Perspektiven in diesem Zukunftsmarkt für seine Landwirte nutzt.“

Bioland  Niedersachsen/Bremen e.V.
Bahnhofstr.15, 27374 Visselhövede

Harald Gabriel - Geschäftsführer
Angelika Franz - Presse-/Öffentlichkeitsarbeit

Tel. 04262 95900
Fax 04262 959050
E-Mail: info-niedersachsen(at)bioland.de

Zurück zur Übersicht