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Gerald Wehde

Geschäftsleiter Agrarpolitik und Kommunikation
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Leon Mohr

Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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PartnerErzeuger
Durch das Bioland-Kreislaufprinzip bleiben die Nährstoffe auf dem Hof. Falls der Bedarf nicht gedeckt werden kann oder Überschüsse entstehen, halten Kooperationen der Betriebe untereinander den Bioland-Kreislauf geschlossen.

Im Kreislauf wirtschaften

Bioland-Prinzip hält Nährstoffe auf dem Betrieb und in der Region

Sieben Prinzipien sind die Grundlage der strengen Bioland-Richtlinien – seit 50 Jahren wirtschaften die Mitglieder des Verbandes nach ihnen. Hinter dem ersten Prinzip „Im Kreislauf wirtschaften“ steht ein möglichst geschlossener Bioland-Nährstoffkreislauf, der keine Nährstoffe von außen benötigt – zumal synthetische Düngemittel bei Bioland ohnehin nicht erlaubt sind. Schlüsselfaktor für dieses Kreislaufprinzip ist die Tierhaltung und die damit einhergehende Produktion von natürlichem Dünger in Form von Mist. Und sollte der eigene Hof nicht genug abwerfen, sorgen die vielen regionalen Partnerschaften zwischen den Betrieben dafür, dass der innerverbandliche Kreislauf geschlossen bleibt.

Nährstoffüberfrachtung und damit die Schädigung von Wasser und Boden vermeiden Bioland-Betriebe, da sich die Anzahl der Tiere nach der Größe der hofeigenen Felder und der Futterproduktion richtet. So geben die Bioland-Richtlinien vor, dass je nach Tierart mindestens 50 bis 60 Prozent des Futters aus eigener Produktion beziehungsweise aus einer regionalen Kooperation stammen muss.

Futter-Mist-Kooperationen halten Bioland-Kreislauf geschlossen

Futter-Mist-Kooperationen sorgen dafür, den wertvollen Dünger im Bioland-Kreislauf zu halten. Auch Hans-Jürgen Bauer aus dem bayerischen Ansbach ist Partner solcher Kooperationen. Der Bioland-Landwirt bewirtschaftet 65 Hektar Ackerland mit verschiedenen Kulturpflanzen wie Getreide und Erbsen sowie 34 Hektar Grünland, also Dauerkulturen wie Gras. Hier baut er Futter für seine 66 Milchkühe an. Sie wiederum produzieren Mist und Gülle, die Hans-Jürgen Bauer als Dünger auf seine Felder schafft.

„Der Kreislaufgedanke war für mich ein Grund, auf Bio umzustellen“, sagt er. „Ich habe genug Nährstoffe am Hof für entsprechende Erträge und bin nicht mehr auf zugekaufte Dünger angewiesen.“ So bleibe auch sein Boden gesund. „Und ein gesunder Boden bringt gesundes Futter für gesunde Tiere.“ Was der 50-Jährige nicht als Dünger auf seine Felder ausbringt, wandelt er in einer eigenen Biogasanlage zu Strom um. Diese versorgt den gesamten Betrieb, anliegende Wohnhäuser sowie ein Bürogebäude mit Strom, die Abwärme der Biogasanlage heizt 450 Haushalte im Jahr.

Nachdem Hans-Jürgen Bauer 2018 auf Bioland umgestellt hatte, vernetzte er sich auch mit zwei reinen Ackerbau-Betrieben aus der Nachbarschaft. Überschüssiges Kleegras, das die beiden Nachbarbetriebe eben nicht selbst an Tiere verfüttern können, nutzt Hans-Jürgen Bauer zur Fütterung seiner Milchkühe. Und auch nach der Verstromung von Mist und Gülle in der Biogasanlage bleiben Gärreste übrig, die – man ahnt es fast – an die beiden Ackerbaubetriebe zurückgehen, wo sie als Dünger auf den Feldern landen. Futter-Mist-Kooperationen wie diese sorgen für regionale Kreisläufe, die Nährstoffe am Ort halten. Sie zeigen, wie gut gemeinsames und nachhaltiges Wirtschaften in regionalen Kreisläufen funktioniert.

Landwirtschaft und Wasserschutz: Vorsorge statt Nachsorge

Beim Wassergut Canitz im Wasserschutzgebiet Canitz/Thallwitz bei Leipzig gehen Wasserschutz und ökologische Landwirtschaft Hand in Hand. Das Tochterunternehmen der Leipziger Wasserwerke erzeugt auf insgesamt 750 Hektar Fläche Ökoprodukte und verzichtet, wie durch die Verbandsrichtlinien geregelt, dabei auf synthetische Düngemittel. Somit wird eine – andernorts häufig sehr hohe – landwirtschaftsbedingte Grundwasserbelastung vermieden. Zudem bewirtschaftet das Wassergut die empfindlichen und für die Brunnen der Wasserwerke wesentlichen Flächen besonders schonend.

Das Motto des Ökobetriebs: Vorsorge statt Nachsorge. Durch verschiedene Maßnahmen werden Verunreinigungen des Trinkwassers vermieden und durch den bedarfsgenauen Einsatz von tierischem Dünger wie Mist und Gülle wird der Nitratgehalt im Grundwasser erheblich gesenkt. So muss das Wasser nicht erst aufwendig von Nitrat gereinigt werden, bevor es an die Haushalte ausgeliefert wird und darüber wieder den Weg ins Grundwasser findet.

Die sieben Bioland-Prinzipien

Bioland will die Menschheit langfristig ernähren – und dabei die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten. Auf den Bioland-Prinzipien basieren die Richtlinien für Anbau, Tierhaltung und Verarbeitung, nach denen alle Mitglieder und Partner arbeiten.

  1. Bioland-Prinzip: Im Kreislauf wirtschaften
  2. Bioland-Prinzip: Bodenfruchtbarkeit fördern
  3. Bioland-Prinzip: Tiere artgerecht halten
  4. Bioland-Prinzip: Wertvolle Lebensmittel erzeugen
  5. Bioland-Prinzip: Biologische Vielfalt fördern
  6. Bioland-Prinzip: Natürliche Lebensgrundlagen bewahren
  7. Bioland-Prinzip: Menschen eine lebenswerte Zukunft sichern

In einer Serie von Pressemitteilungen im Jubiläumsjahr stellt Bioland monatlich von Mai bis November anhand von vielen Beispielen aus der Praxis seine sieben Prinzipien vor.
 

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