Bio-Milchmarkt nachhaltig aufgestellt

Ein Kommentar von Bioland Präsident Jan Plagge

Mainz. Die Auswirkungen des Corona-Virus betreffen auch Landwirte, Hersteller und den Handel. Der eingebrochene Export stellt insbesondere Beteiligte im konventionellen Milchmarkt vor große Herausforderungen.

Jan Plagge, Präsident Bioland e.V. kommentiert:

„Die Bio-Branche zehrt in dieser Krise von ihren nachhaltigen und weitgehend regionalen Strukturen. Die in Deutschland erzeugten Biomilch- und Molkereiprodukte unter den Zeichen der Bio-Verbände werden vor allem in Deutschland verarbeitet und konsumiert. Die meisten dieser Erzeugnisse gehen in den Naturkostfach- und Lebensmitteleinzelhandel und es zeigt sich, dass auch in der derzeitigen Krise die Nachfrage nach heimischen Bioprodukten weiter zunimmt.

Unsere Bauern haben sich mit ihren Molkereien in den letzten Jahrzehnten in ihren Wertschöpfungsketten gut aufgestellt. Dazu gehört auch die flexible Mengensteuerung in vielen Bio-Liefergemeinschaften. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit liefern einige Biomilcherzeuger aktuell weniger als geplant. Über die letzten Jahre war der Bio-Milchpreis sehr stabil. Durch die steigende Nachfrage und das derzeit knappe Biomilch-Angebot der heimischen Lieferanten, spricht auch weiterhin alles für eine stabile Erzeugerpreisentwicklung.

Für mich offenbart sich in der aktuellen Situation erneut das Ungleichgewicht im konventionellen Markt. Viele der Warenströme verlaufen international. Mit einem Exportanteil von bis zu 50 Prozent stehen diese Wertschöpfungsketten besonders unter Druck.

Um die Landwirtschaft der Zukunft zu gestalten, braucht es stabilere und nachhaltigere Systeme. Setzt man auf kostenoptimierte Rohstoffproduktion für internationale Märkte, sind Chancen und Risiken für Gewinne und Verluste deutlich höher, als in regionalen Wirtschaftskreisläufen. Die einzelnen Lieferbetriebe sind großen Abhängigkeiten ausgesetzt und haben wenig eigene Gestaltungsmöglichkeiten. Geforderte Umwelt-, Klima-, und Tierschutzstandards sind dabei primär Wettbewerbsnachteile.

Der Ökolandbau setzt daher auf einen Umbau sowohl in der Produktion als auch im Hinblick auf lokale Märkte. Doch um damit faire, kostendeckende Preise zu erwirtschaften muss auf allen Ebenen ein Umstellen im Kopf stattfinden, vom Verbraucher, über den Händler und die Verarbeiter hin zu den Erzeugern. Gemeinsam können wir den Bio-Milchmarkt verantwortungsvoll gestalten. Wir müssen jetzt nationale Umweltstrategien, die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik sowie die Farm-to-Fork Strategie und den Green New Deal nutzen und eine schnellere sozial-ökologische Transformation gestalten. Nur so können wir künftigen Krisen vorbeugen und die Landwirtschaft in all ihren Facetten resilienter gestalten. Davon profitieren am Ende wir alle!“

 

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