23.03.2017 Mainz

Wachsende Nische: Milchschafe und -ziegen

Systemanalyse der Schaf- und Ziegenmilchproduktion in Deutschland abgeschlossen

Rund 35.000 Milchziegen und 8.500 Milchschafe wurden 2014 in Deutschland auf gut 370 Betrieben gemolken. Diese Zahlen resultieren aus einem jüngst abgeschlossenen Projekt unter der Leitung der Bioland Beratung GmbH. Über zweieinhalb Jahre lief die Systemanalyse der Schaf- und Ziegenmilchproduktion in Deutschland, die durch das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert wurde. Ziel des Projektes war es, erstmals eine Branchenübersicht über die Milcherzeugung mit kleinen Wiederkäuern in Deutschland zu erstellen.

Neben der Befragung von Landwirten wurden auch Daten von Verarbeitern und aus dem Handel erhoben. Das Ergebnis: Es fehlt an Schaf- und Ziegenmilch in Deutschland, die Nachfrage nach den Produkten ist groß. Die Branche reagiert darauf und ist in den letzten Jahren ständig gewachsen. Wo bis vor einigen Jahren die hofeigene Verarbeitung und Direktvermarktung im Vordergrund standen, finden sich heute zunehmend Betriebe, die ihre Milch an Verarbeiter abliefern. Vor allem bei Ziegenmilch ist das der Fall. 40 Prozent der Milchziegen- und 16 Prozent der Milchschafbetriebe liefern sogar ihre ganze Milch ab. Dabei fällt auf, dass die meisten Verarbeitungsbetriebe, die sich mit Milch von Betrieben mit kleinen Wiederkäuern beliefern lassen, im Süden Deutschlands liegen. Hier sind die Hochburgen der Milchschaf- und Ziegenhaltung: Knapp 25 Prozent der Schaf- und 50 Prozent der Ziegenbetriebe ab 15 Muttertieren liegen in Bayern und Baden-Württemberg. Eine weitere Besonderheit: Gut 65 Prozent der identifizierten Betriebe wirtschaften ökologisch.

Auch wenn die Marktaussichten gut sind, muss sich die Branche noch einigen Herausforderungen stellen. Die hohe Arbeitsbelastung auf den Betrieben ist eine davon. Die Professionalisierung der Erzeugerbetriebe und der Organisationsstruktur der Branche sowie die Entwicklung einer nachhaltigen Vermarktungsmöglichkeit für Ziegenkitze sind weitere Handlungsfelder, die in dem Projekt identifiziert wurden. Hier finden Sie den gesamten Bericht sowie ein Kurzmerkblatt.

Ansprechpartnerin: Gwendolyn Manek, Bioland e.V., Fachberatung Schaf- und Ziegenhaltung T. 02385-935426, gwendolyn.manek(at)bioland.de

Bioland – Bundesverband
Kaiserstr. 18, 55116 Mainz

Gerald Wehde - Pressesprecher

Tel. 06131 2397920
Fax 06131 2397927
E-Mail: gerald.wehde(at)bioland.de

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