06.11.2018

Kommentar zu den Plänen des Bundesumweltministeriums zum Glyphosat-Ausstieg und der verbindlichen Einführung von Ausgleichsflächen zum Schutz der Artenvielfalt

Gerald Wehde, Leiter Agrarpolitik bei Bioland: „Pestizide schädigen Wildpflanzen, Bienen, Frösche, Fische, Vögel und viele weitere Lebewesen. An dem dramatischen Artenverlust haben Breitbandherbizide wie Glyphosat und Insektizide einen wesentlichen Anteil. Breitbandherbizide werden auch Totalherbizide genannt, weil sie alle Pflanzen töten.

Bioland begrüßt deshalb neben dem geplanten Glyphosat-Ausstieg vor allem die Ankündigung des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts zu einem strengeren Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel. Es ist ein bereits lange fälliger Schritt, dass für jedes biodiversitätsschädigende Pflanzenschutzmittel verbindliche Vorgaben zur Anlage von Ausgleichsflächen gemacht werden. Im Schnitt soll der Anteil dieser Flächen bei 10 Prozent liegen. Dies ist der erste Schritt für die Anwendung des Verursacherprinzips und ein großer Schritt zum Erhalt der Biodiversität unserer Kulturlandschaften.

Weitere Schritte einer konsequenten Anwendung des Verursacherprinzips müssen folgen. Denn bisher werden die externe Kosten der chemieintensiven Landwirtschaft an die Allgemeinheit weitergegeben. So schlagen sich die Kosten für Artenverlust, Gewässerkontamination und pestizidbedingte Krankheiten weder in den Lebensmittelpreisen noch in den Pestizidpreisen nieder. Deshalb fordert Bioland zusätzlich die Einführung einer Pestizidabgabe.“

Bioland – Bundesverband
Kaiserstr. 18, 55116 Mainz

Gerald Wehde - Pressesprecher

Tel. 06131 2397920
Fax 06131 2397927
E-Mail: gerald.wehde(at)bioland.de

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