02.08.2019

Imkern: Ein Handwerk mit viel Verantwortung

Imker Jürgen Helebrant gibt Tipps zum Einstieg

Guter Honig ist wertvolles Naturprodukt und ein Highlight auf jedem Frühstückstisch. Um ihn zu möglichst nachhaltig und schonend zu gewinnen, braucht es viel Know-how und Erfahrung. Imkern ist deshalb ein Beruf oder Hobby mit hoher Verantwortung. Bioland-Imker Jürgen Helebrant ist Imker aus Reinheim-Ueberau/Südhessen, gibt Imkerkurse und setzt sich auch an Schulen und in Vorträgen für die Honigbiene ein. Für Helebrant sind Honigbienen ein sehr wichtiger Bestandteil der (Öko-)Landwirtschaft. Besonders faszinierend findet er, dass sie als Gesamtheit sehr effizient arbeiten. So sammeln sie enorm viel Pollen und Nektar, setzen diesen aktiv in neues Leben um und produzieren reichlich Nachkommen. Das zeugt von einem hohen Vermehrungspotenzial und macht sie als Nutztiere auch für den Menschen so wichtig.

Dabei ist die Honigbiene nach dem heutigen Kenntnisstand ohne die Hilfe des Menschen nicht auf Dauer lebensfähig. Krankheiten wie der Befall durch die Varroamilbe müssen von fachkundigen Imkern bekämpft werden. Eine nachhaltige Imkerei sichert die Existenz der Honigbiene. Der Honig dient dabei als tolle Motivation für den Imker, sich um seine Völker zu kümmern und diese zu pflegen.

Für Imker Helebrant steht der verantwortungsvolle Umgang mit den Tieren im Zentrum seiner Arbeit. Wer mit dem Gedanken spielt, sich selbst als Imker zu versuchen, dem empfiehlt der erfahrene Bienenhalter, sich zunächst einmal mit Fachleuten auszutauschen. Ein Praktikum bei einem versierten Imker oder der Anschluss an einen regional tätigen Imkerverein bringen die nötige Expertise, um die Tiere artgerecht zu halten. Auch eine anschließende professionelle Begleitung des Jungimkers hilft, Fehler zu vermeiden und die Tiere nicht in Gefahr zu bringen. Im nächsten Schritt sollte vor allem in der Nachbarschaft für Akzeptanz gesorgt werden. Wer offen mit seinem Hobby umgeht und die Nachbarn darüber aufklärt, schafft Verständnis für die neuen summenden Arbeiterinnen im Viertel. "Im Zentrum einer erfolgreichen Imkerei stehen immer die Bedürfnisse der Honigbienen, das ist wie bei jedem anderen Nutz- oder Haustier auch", erklärt Helebrant.

Nicht zu unterschätzen sind auch die Kosten des naturnahen Hobbys. Mit etwa 5000 Euro beziffert der Experte das Budget, das ein Hobbyimker aufbringen sollte - darunter Anschaffungen wie Beuten, Völker und Futter, aber auch weitere Folgekosten. "Bei Low Budget bleibt einfach vieles auf der Strecke", sagt er.

Verantwortungsvolles Imkern ist demnach ein teures und zeitintensives Hobby - und doch absolut lohnenswert.

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