20.05.2019

Ein Hoch auf die Biene!

Warum verantwortungsvolle Imkerei das Überleben der Art sichert

 

Heute ist der internationale Tag der Biene. Deshalb haben wir unsere Follower auf Instagram gefragt, was sie über eine unserer wichtigsten Mitarbeiterinnen wissen möchten. Anschließend haben wir mit Bioland-Imker Jürgen Helebrant gesprochen. Er ist Imker Reinheim-Ueberau/Südhessen, gibt Imkerkurse und setzt sich auch an Schulen und in Vorträgen für die Honigbiene ein.

Honigbiene, Hummel und Wespe - was ist der Unterschied?

Honigbienen
überwintern als Staat, der sich zwar in der kalten Jahreszeit verkleinert, aber als Verbund bestehen bleibt. Sie legen Reserven an, um gestärkt in die neue Saison zu starten. Der Mensch hat sie domestiziert, um sie als Nutztier Honig produzieren zu lassen.
Hummeln sind genauso wie Honigbienen staatsbildend, überwintern jedoch als Solitäre. Die Arbeiterinnen sterben ab, die begatteten Könige überleben und kämpfen sich durch den Winter. Statt Vorräte anzulegen, fressen sie sich im Herbst ein Fettpolster an. Heute sind auch Hummlen als Bestäuber für den Menschen wichtig, so zum Beispiel bei der Tomatenbestäubung.
Wespen sind nützlicher, als ihr schlechter Ruf vermuten würde. Sie überwintern ebenso wie die Hummeln als Einzelinsekten und kümmern sich ab dem Frühjahr um die Entsorgung von Schädlingen und Aas im Garten. Zwar kann man ihren direkten Nutzen nicht im Supermarkt kaufen, wie es bei Honig der Fall ist. Und doch tragen sie einen wichtigen Teil an der Erhaltung des Ökosystems.

 

Für Helebrant sind Honigbienen ein sehr wichtiger Bestandteil der (Öko-)Landwirtschaft. Besonders faszinierend findet er, dass sie als Gesamtheit sehr effizient arbeiten. So sammeln sie enorm viel Pollen und Nektar, setzen diesen aktiv in neues Leben um und produzieren reichlich Nachkommen. Das zeugt von einem hohen Vermehrungspotenzial und macht sie als Nutztiere auch für den Menschen so wichtig.

Dabei ist die Honigbiene nach dem heutigen Kenntnisstand ohne die Hilfe des Menschen nicht auf Dauer lebensfähig. Krankheiten wie der Befall durch die Varroamilbe müssen von fachkundigen Imkern bekämpft werden. Eine nachhaltige Imkerei sichert die Existenz der Honigbiene. Der Honig dient dabei als tolle Motivation für den Imker, sich um seine Völker zu kümmern und diese zu pflegen.

Honigbienen sind wertvolle Nutztiere (Fotos: Sonja Herpich/Bioland e.V.)
Für Imker Helebrant steht der verantwortungsvolle Umgang mit den Tieren im Zentrum seiner Arbeit. Wer mit dem Gedanken spielt, sich selbst als Imker zu versuchen, dem empfiehlt der erfahrene Bienenhalter, sich zunächst einmal mit Fachleuten auszutauschen. Ein Praktikum bei einem versierten Imker oder der Anschluss an einen regional tätigen Imkerverein bringen die nötige Expertise, um die Tiere artgerecht zu halten. Auch eine anschließende professionelle Begleitung des Jungimkers hilft, Fehler zu vermeiden und die Tiere nicht in Gefahr zu bringen. Im nächsten Schritt sollte vor allem in der Nachbarschaft für Akzeptanz gesorgt werden. Wer offen mit seinem Hobby umgeht und die Nachbarn darüber aufklärt, schafft Verständnis für die neuen summenden Arbeiterinnen im Viertel.

Und natürlich sollten die äußeren Gegebenheiten - ob im Garten oder auf freiem Feld - stimmen. Honigbienen brauchen genug Nahrung und Wasser, aber auch ihre Ruhe. Deshalb sollten die Beuten nicht an Straßen oder direkt an der Terrasse aufgestellt werden. "Im Zentrum einer erfolgreichen Imkerei stehen immer die Bedürfnisse der Honigbienen, das ist wie bei jedem anderen Nutz- oder Haustier auch", erklärt Helebrant.

Nicht zu unterschätzen sind auch die Kosten des naturnahen Hobbys. Mit etwa 5000 Euro beziffert der Experte das Budget, das ein Hobbyimker aufbringen sollte - darunter Anschaffungen wie Beuten, Völker und Futter, aber auch weitere Folgekosten. "Bei Low Budget bleibt einfach vieles auf der Strecke", sagt er.

Verantwortungsvolles Imkern ist demnach ein teures und zeitintensives Hobby - und doch absolut lohnenswert.

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