28.11.2019

Vielfalt im Grünland sichert Futterbasis ab

Sommerpause schont Gräser

Durch den Klimawandel nehmen Hitze- und Trockenperioden zu ebenso wie extreme Niederschläge. Darauf sollten sich Weidetierhalter einstellen und ihre Grünlandnutzung überdenken. Das riet Prof. Martin Elsäßer vom Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg (LAZBW), Aulendorf, bei der Agritechnica.Weil der Klimawandel schneller voranschreitet als sich natürliche Grünlandbestände anpassen können, sind Landwirte gefordert, die Dauerkultur Grünland besonders gut zu pflegen. Dafür empfiehlt der Experte, vielfältige Mischungen einzusäen, um unterschiedliche Witterungsverläufe abzupuffern.Das derzeitige hohe Ertragsniveau von Grünland sei unter den Bedingungen des Klimawandels nicht zu halten, warnte Elsäßer.

Langfristig müssen Tierhalter ihre Bewirtschaftungsstrategie anpassen: Die Tiere können im wärmeren Frühjahr früher auf die Weide und auch im milden Herbst wächst im Grünland länger Futter. Dafür sollten die Tiere im Sommer von der Weide getrieben werden, bevor sie die Grasnarbe zu sehr schädigen. „In den letzten fünf cm über der Erde speichern Gräser ihre Reservestoffe“, erklärte Elsäßer. Wenn die Weidetiere die Grasnarbe zu weit abfressen, schädigen sie die Pflanzen und der Wiederaustrieb verzögert sich oder gelingt den Pflanzen gar nicht mehr. Größere Futtervorräte, die auch für die Sommermonate reichen, gehören ebenfalls zu einer Anpassungsstrategie, wie sie Elsäßer empfiehlt.

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