03.05.2019

Optimal statt maximal

Erträge im ökologischen Landbau

Trotz mannigfaltiger Forschungsprojekte, Züchtungsaktivitäten und technischer Innovationen stagnieren die Öko-Ertrage seit Jahren bei im Schnitt gut 50 Prozent der konventionellen Erträge. Beim Weizen ernten Bio-Landwirte durchschnittlich 37 dt/ha, konventionell wirtschaftende 76 dt/ha. Bei anderen Kulturen wie Soja, Mais oder Hafer sind die Unterschiede geringer. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft AMI.

Die großen Unterschiede offenbaren ein hohes Düngeniveau der konventionellen Landwirtschaft in Deutschland. Denn in Ländern wie den USA schneidet der Ökolandbau im Vergleich besser ab, weil der konventionelle Landbau dort extensiver betrieben wird, so die Autoren. Diese Einschätzung bestätigt eine neue Metastudie der TU München und der Agroscope Zürich, in die Studien zu ökologischen und konventionellen Erträgen aus der ganzen Welt eingegangen sind. Im Schnitt ernten Öko-Landwirte im weltweiten Mittel nur 16 Prozent weniger als ihre konventionellen Kollegen.

Doch nicht nur die Ertragshöhe, sondern auch die Ertragsstabilität hängt vom Düngeniveau ab. Gut versorgte Öko-Kulturen sind im Ertrag ähnlich stabil wie konventionelle. Auch Bio-Landwirte erreichen in Deutschland Backweizenerträge von mehr als 60 dt/ha. Im Vergleich: Hohe konventionelle Backweizenerträge liegen bei über 110 dt/ha. Im Ökolandbau geht es nicht um maximale, sondern vielmehr um langfristig stabile Erträge. Im Interview mit dem bioland-Fachmagazin stellt Prof. Thomas Döring, Lehrstuhlinhaber für ökologischen Landbau an der Uni Bonn, Maximalerträge im Bio-Anbau grundsätzlich in Frage. Allerdings können Bio-Landwirte ihre Durchschnittserträge durchaus anheben. Wie das gelingt, erklärt Bioland-Berater Alexander Watzka.

Mehr dazu im bioland-Fachmagazin, Ausgabe 05/2019

Studie der AMI

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