29.10.2019

Mulchfolien unter der Lupe

Forscher wollen Mikroplastik im Boden reduzieren

Zur Verfrühung, Unterdrückung von Unkraut oder zum Schutz der Pflanzen decken Landwirte und Gärtner manche Kulturen ab. Welchen Einfluss haben diese Kunststoffe jedoch auf terrestrische Ökosysteme? Dieser Frage gehen Wissenschaftler im Rahmen eines Forschungsprojektes nach. Das Projekt „iMulch“ wird vom Land Nordrhein-Westfalen und vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert und läuft bis Mitte 2022.

In Koordination des Instituts für Energie- und Umwelttechnik (IUTA) entwickelt das Konsortium Methoden, die Kunststoffe, Mikro- und Makroplastik in Böden und im Drainagewasser nachweisen sollen. Dazu lassen die Wissenschaftler Ackerfolien auf der Bodenoberfläche im Labor und auf Versuchsflächen bei konstanter Temperatur und unter UV-Licht künstlich altern. Währenddessen entnehmen sie Bodenproben aus unterschiedlichen Tiefen. Ebenso untersucht das Team Bodenproben aus der Praxis von Feldern, die häufiger mit Mulchfolien abgedeckt werden.

Getestet werden sowohl erdölbasierte als auch biologisch abbaubare Kunststofffolien. Darüber hinaus beproben die Forscher Drainagewasser im Feld, analysieren es und untersuchen das Verhalten von Kunststofffolien in einer Versuchskläranlage. Parameter sind Verwitterung, Verbreitung, Ökotoxizität, Anreicherung und Verlagerung. Außerdem erstellt das Konsortium Ökobilanzen, um die Umweltverträglichkeit von konventionellen und biologisch abbaubaren Folien zu messen. Die Wissenschaftler erforschen zudem das Upcycling von Mulchfolien durch Bakterien. Mikroorganismen bauen im Labor Kunststofffragmente ab und wandeln diese in neue Kunststoffmoleküle um. Diese Moleküle sollen der Wertschöpfungskette wieder zugeführt werden und erhöhen somit den recyclingfähigen Anteil der Folien. Aus den Ergebnissen wollen die Forscher Vermeidungs- und Substitutionsstrategien ableiten.

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