02.11.2018

Mit Bakterien gegen Entzündungen

Milchsäurebakterien wirken gegen Mastitis

Zwei interessante Ideen von Wissenschaftlern lassen hoffen, dass in der Nutztierhaltung weniger Antibiotika eingesetzt werden müssen. So können Euterentzündungen mit Hilfe von bestimmten Milchsäurebakterien kuriert werden und gegen Colibacillose bei Geflügel wirken Bakteriophagen erfolgreich. Das haben zwei wissenschaftliche Projekte gezeigt. Die ersten Forschungsschritte auf dem Weg hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Prof. Volker Krömker, Fachtierarzt für Milchhygiene der Hochschule Hannover hat eine Mischung bestimmter Milchsäurebakterien zusammengestellt und mit einem Präparat daraus Kühe behandelt, die an Mastitis erkrankt waren. Die Milchsäurebakterienmixtur hat genauso gut gewirkt wie eine Antibiotika-Behandlung, berichtete Krömker bei einer Tagung der DBU. Die Milchsäurebakterien hat er im Umfeld von Kühen gefunden. Um das Verfahren zur Praxisreife zu entwickeln und ein Zulassung zu bekommen, müsse sich aber ein Unternehmen dafür engagieren, sagte Krömker dem bioland-Fachmagazin.

Gegen die Colibacillose bei Geflügel werden nach Angaben der DBU häufig Antibiotika eingesetzt, weil die Krankheit heftig verläuft und die Tiere häufig sterben. Allerdings seien Antibiotikaresistenzen uner den Erregern schon weit verbreitet. Darum hat das Unternehmen PTC Phage Technology Center aus Bönen Bakteriophagen getestet, die auf diese Erreger recht spezialisiert und für höhere Lebewesen ungefährlich sind.

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