14.08.2019

Kleine Flächen fördern Biodiversität

Wissenschaftler kritisieren großflächige Strukturen

Kleine Felder und ein abwechslungsreicher Anbau von Nutzpflanzen erhöhen die Biodiversität in Agrarlandschaften. Regionen mit heterogenen Agrarflächen beherbergen deutlich mehr Arten von Pflanzen, Bienen, Tagschmetterlingen, Schwebfliegen, Laufkäfern, Spinnen und Vögeln als Landschaften, die durch großflächige Monokulturen geprägt sind. Vor allem dann, wenn Ackerflächen kleiner als sechs Hektar sind, erhöht sich die Artenvielfalt deutlich. Diese Zusammenhänge gelten nicht allein in Europa, wie eine Untersuchung in acht Regionen in Europa und Nordamerika zeigt, an der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Göttingen beteiligt waren.

Die Agrarökologen waren überrascht, welche große Bedeutung es hat, die Agrarlandschaften durch kleine Feldgrößen und den Anbau von mehr Kulturarten vielfältiger zu gestalten. So hat eine Verkleinerung der durchschnittlichen Feldgröße von rund fünf Hektar auf 2,8 Hektar den gleichen Effekt auf die Biodiversität wie die Erhöhung des Anteils naturnaher Lebensräume von 0,5 Prozent auf elf Prozent.

Eine größere Vielfalt von Kulturarten führte zu einem ähnlichen Ergebnis, aber nur, wenn die Agrarlandschaften auch einen höheren Anteil naturnaher Lebensräume aufwiesen. Zudem unterstützt eine Landschaft mit vielen Rändern und Säumen die Vernetzung von Lebensräumen. Wie man solche ökologisch wertvollen Säume standortgerecht anlegt, beschreibt die Bioland-Naturschutzberaterin Veronika Heringhoff Campos in der Septemberausgabe des bioland-Fachmagazins.

„Kleine Felder und wechselnde Bepflanzung können erheblich zur Bekämpfung der dramatischen Biodiversitätskrise bei Insekten und Vögeln beitragen. Leider steht dagegen die aktuelle Intensivierung in der Landwirtschaft mit immer größeren Äckern und großflächigeren Monokulturen“, kritisierte Prof. Teja Tscharntke. Leiter der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen. Sein Forscherteam untersuchte im EU-Projekt FarmLand zusammen mit Kollegen aus Frankreich, Spanien, England und Kanada, ob sich die Artenvielfalt durch eine ökologische Aufwertung landwirtschaftlicher Flächen unabhängig vom Anteil naturnaher Lebensräume fördern lässt.

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