07.01.2020

Heimische Kartoffeln lange verfügbar

Lagerraum stabilisiert den Markt

„Die Saison, in der heimische Kartoffeln vermarktet werden können, ist im Februar nicht vorbei“, das betonten Experten für den Kartoffelmarkt bei der Bioland-Kartoffelbautagung im Dezember. Reinhard Meyer vom Ökokontor Biologische Erzeugnisse, Büchen, appellierte an Bio-Kartoffelerzeuger, die noch immer über kein Lager verfügen: „Künftig müssen auch in der Pfalz und am Niederrhein Bio-Kartoffeln gelagert werden.“ Nur wenn lagerfähige Partien auch Lagerraum finden, könnten Vermarkter Angebotsdruck vermeiden, argumentierte er. In Herbst 2019 habe kein norddeutscher Erzeuger den Markt unter Druck gesetzt, lobte Meyer, obwohl in der Region mittlerweile mehr Bio-Kartoffeln wachsen, als der norddeutsche Markt aufnehmen kann. Seine Aufgabe als Vermarkter sieht er darin, für diese Mengen einen hochpreisigen Absatzweg zu finden.

Auch Monika Tietke vom Bio Kartoffel Erzeuger Erzeuger Verein (BKE) rät dringend dazu, Lagerraum für Bio-Kartoffeln zu schaffen: „Lagerraum stabilisiert den Markt.“ Sie empfiehlt Erzeugern, die nicht selbst investieren wollen, sich Kooperationspartner für die Lagerung zu suchen unter Kollegen oder beim Landhandel.

Welche Bio-Kartoffelmengen sich absetzen lassen, darüber entscheide auch der Preis für konventionelle Kartoffeln, erklärte Christine Rampold, AMI. Zum Jahresbeginn 2019 hätten viele Gelegenheitskäufer, die wöchentlich eine Tüte Kartoffeln kaufen, zu Bio-Kartoffeln gegriffen, weil die 1,5 kg-Packung der Bio-Kartoffeln nahezu gleich viel kostete wie die 2,5 kg-Tüte konventioneller Kartoffeln. In der Saison 2019/2020 habe sich der Preisabstand zwischen konventionellen und Bio-Kartoffeln wieder stabilisiert, sagte Meyer.

Mit der großen Zahl Umsteller in den vergangenen Jahren sei die Bio-Kartoffelfläche zwar gewachsen, aber weit weniger stark als die Bio-Fläche insgesamt, berichtete Rampold. Meyer zeigte sich aber zuversichtlich, dass auch wachsende Bio-Kartoffelmengen einen angemessenen Platz am Markt finden. „Was die Gesellschaft jetzt in Sachen Insekten- und Umweltschutz immer deutlicher fordert, macht ihr Bio-Bauern“, sagte er. Auf die Erntemenge habe die zusätzliche Bio-Kartoffelfläche nur einen geringen Einfluss. Viel entscheidender seien die möglichen Ertragssprünge, betonte Meyer: Im regnerischen Jahr 2017 gingen die Erträge um 50 Prozent zurück, im drauffolgenden Jahr um 30 Prozent nach oben, erinnerte er.

Einen weiteren bericht über die Kartoffelbautagung finden Sie in der Januar-Ausgabe des bioland-Fachmagazin.

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