11.07.2019

Giftpflanzen im Visier

Tierärzte erforschen, was Tiere fressen

Damit Landwirte künftig mehr Futter von artenreichen Grünland verwenden können, forschen jetzt Tierärzte der Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Leipzig achten sie in einem aktuellen Forschungsprojekt vor allem auf Giftpflanzen wie Jakobs-Greiskraut oder Herbstzeitlose, die Giftstoffe enthalten. Daher vermeiden Tierhalter bislang Futter von Grünland zu verfüttern, auf dem solche Pflanzen wachsen.

„Bisher ist nicht bekannt, wie viel Giftpflanzen im Futter enthalten sein dürfen, ohne dass die Tiere Schaden nehmen“, nennt Projektleiterin Dr. Sabine Aboling von der TiHo Hannover, die Wissenslücke. Auch sei nicht klar, in welchem Maß die Tiere solche Pflanzen überhaupt fressen. „Konkret wollen wir in unserer Studie unter realen Bedingungen messen, inwieweit Pferde und Rinder die Giftpflanzen Jakobs-Greiskraut und Herbstzeitlose im Heu von selbst meiden“, erklärt sie.

Aus den Ergebnissen wollen die Tierärzte Grenzwerte berechnen, welchen Anteil die beiden Giftpflanzen auf Weiden und Wiesen haben dürfen, von denen das Mahdgut bedenkenlos in den Futtertrog kann. „Am Ende sollen konkrete Zahlen stehen für Tierhalter, Naturschutzverbände und Tierärzte“, kündigt sie an.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert die Forschung mit 290.000 Euro. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde verbindet damit die Hoffnung, dass artenreiches Grünland dann mehr Wertschätzung und Schutz erhält.

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