08.11.2018

Gartenhummel braucht Schutz

Forscher beobachten effiziente Bestäubungsleistung

Im eigenen Interesse sollten Landwirte, Pflanzenzüchter und Saatguthersteller sich für den Schutz von wildlebenden Hummeln engagieren, die einen langen Rüssel haben. Das heben Wissenschaftler der Universität Göttingen hervor. Denn diese Hummeln sind besonders effektiv bei der Bestäubung. Beobachtet hat das beispielsweise Birgit Marzinzig, ehemalige Masterstudentin der Abteilung Agrarökologie, in Ackerbohnen. „Honigbienen und Erdhummeln haben die Ackerbohnen am häufigsten angeflogen, sie haben die Blüten aber nicht immer bestäubt, sondern meistens Nektar geraubt“, berichtet sie. Dabei beißen die Tiere Löcher in die Blütenbasis. Der Besuch von langrüsseligen Gartenhummeln hingegen führte zu einem höheren Samenansatz und zu einer höheren Fremdbefruchtung.

„Honigbienen können zwar aufgrund ihrer hohen Zahl viele Blüten bestäuben – allerdings ist ein einzelner Blütenbesuch vergleichsweise ineffizient“, ergänzt Lisa Brünjes aus der Abteilung Pflanzenzüchtung. „Während Honigbienen und Erdhummeln kommerziell produziert und weltweit für die Bestäubung eingesetzt werden, entstammen die Gartenhummeln ausschließlich aus natürlichen Populationen“, gibt Dr. Catrin Westphal, Leiterin der Studie, zu bedenken.

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